Heizung, Lüftung und Klima

Umwälzpumpe: So funktioniert der Heizungsmotor

Heizung und Heizkörper sind über ein Wasserkreislaufsystem verbunden. Dieses treibt eine Umwälzpumpe an. Damit sie ihre Arbeit reibungslos und energieeffizient erledigt, ist auf folgende Eigenschaften zu achten.

Stromzähler
Eine überdimensionierte Umwälzpumpe kurblet den Energie- und Stromverbrauch an und verursacht dadurch jeweils hohe Nebenkosten.

(pk) Heizungen bringen Hausbesitzer manchmal sogar ins Schwitzen. Denn schlecht versorgte Heizkörper, ein mangelhafter hydraulischer Abgleich sowie überdimensionierte Umwälzpumpen kurblen den Energie- und Stromverbrauch an und verursachen dadurch jeweils hohe Nebenkosten. Die unscheinbare Pumpe verursacht oft sogar den grössten Stress. Eine Umwälzpumpe treibt den Heizungskreislauf – abhängig von der Aussentemperatur – 5000 bis 6000 Stunden im Jahr an und konsumiert im Extremfall dafür so viel Strom wie die Waschmaschine und der Tumbler in einem Familienhaushalt zusammen.

Sie funktioniert eigentlich als Motor für das hausinterne Wärmeverteilsystem: Die Pumpe treibt Wasser zuerst durch einen Heizkessel oder Wärmetauscher und danach weiter bis zur Bodenheizung oder zu den Heizkörpern. Durch eigene Leitungsröhren zirkuliert der abgekühlte «Nachlauf» zurück zur Heizungsanlage. In einigen Kellern ist die Umwälzpumpe auch für das Laden der Energiespeicher verantwortlich.

Zu hohe Drehzahl vermeiden

In einer gut eingestellten Heizungsanlage fliesst das Heizwasser weder zu schnell noch zu langsam durch das Verteilsystem. Läuft die Pumpe mit zu hoher Drehzahl, bleibt kaum Zeit in den Räumen für eine Wärmeabgabe. Gemäss einer Analyse des Bundesamts für Energie geht so bis zu einem Drittel der Heizenergie ungenutzt verloren. Zu erkennen ist dies, wenn die Temperatur im Nachlauf des Kreislaufsystems weniger abkühlt als erwartet. Zu empfehlen sind hydraulische Einstellungen, die auf einer Temperaturdifferenz zwischen Heizungsvorlauf und -rücklauf von 10 bis 15 °C beruhen. Bevor man selbst an der Heizungssteuerung hantiert, sind solche Vorgaben an die Servicefachleute weiterzugeben.

Wofür der Hauseigentümer jedoch meistens selbst verantwortlich ist: Viele Umwälzpumpen drehen sich auch im Sommer, weil sie nach Ende der Heizperiode nicht ausser Betrieb gesetzt werden. Das zu vergessen verbraucht unnötig Strom, weil der Heizbrenner selbst ausgeschaltet ist.

Kühlende Zirkulation im Sommer

In einem Anwendungsfall ist die Umwälzpumpe allerdings auch an warmen Tagen unverzichtbar. Ein Erdwärmepumpensystem, das zum Heizen und Kühlen verwendet wird, benötigt ein ganzjährig aktivierbares Zirkulationssystem. Nur dank der Pumpe fliesst auch im Sommer kühles Wasser durch die Bodenheizung, um den Räumen Wärme zu entziehen. Einzig der Umwälzantrieb verbraucht in diesem Kühlmodus Strom; das warme Wasser selbst wird über Erdsonden automatisch abgekühlt. Umwälzpumpen werden im Übrigen auch für Solaranlagen eingesetzt.

Umwälzpumpen der neuesten Generation sind erheblich energieeffizienter als ihre Vorläufer. Zur Deklaration wurde der Energieeffizienz-Index (EEI) europaweit eingeführt; ein EEI-Wert unter 0,2 signalisiert höchste Sparsamkeit. Ein vorzeitiger Ersatz kann sich sogar finanziell lohnen. Moderne Pumpen für ein Einfamilienhaus kosten zwischen 300 und 600 Franken und entlasten die jährliche Stromrechnung, im Vergleich zu älteren Umwälzpumpen, um mehrere Dutzend Franken.

Energieeffizienz lässt sich verbessern

Ein separater Ersatz der Umwälzpumpe, unabhängig vom Heizungssystem macht Sinn, wenn auch der Zirkulationsbetrieb ineffizient ist. Moderne Aggregate stellen sich automatisch auf das Drehzahloptimum ein, was einen nach Bedarf gesteuerten Betrieb ermöglicht. Jeder Raum erhält so viel Wärme wie über den Thermostat am Heizkörper angefordert wird. Eine Alternative dazu ist das dezentrale Pumpensystem: Die effizienten und geräuscharmen Antriebe sind unmittelbar am Heizkörper angebracht und regeln den Durchfluss des warmen Wassers selbst. Der Wechsel von der zentralen Angebots- auf eine dezentrale Bedarfsheizung wird jedoch nur empfohlen, wenn dies mit einer Gesamtsanierung der Heizung kombiniert werden kann.

Förderaktionen der Kantone

Einige Kantone, Gemeinden und Energieversorger unterstützen den Austausch von alten mit energieeffizienten Heizungs- oder Umwälzpumpen finanziell. Als werterhaltende Massnahme lässt sich die Investition für eine neue Pumpe zudem in der Regel von den Liegenschaftssteuern absetzen. 

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