Pflanzen

Hängebegonien neu entdeckt

In den letzten Jahren sind Hängebegonien von vielen Balkonen verschwunden, weil sie als altmodisch galten. Jetzt feiert die Gattung mit neuen Sorten ihr verdientes Comeback.

Neue Farbgebungen wie etwa die zart cremefarbene Sorte «Champagner» bestätigen die Begonie auch als moderne, vielseitig einsetzbare Hängepflanze.

Edel sehen die hängenden Blüten aus. Sie öffnen sich rosenähnlich und faszinieren mit ihrem zugespitzten dunkelgrünen Laub. Hängebegonien entwickeln ihre volle Blühkraft im Halbschatten. Dort, wo andere Sommerblüher nur spärlich Farbe bekennen oder die Blüte in Folge mangelnder Sonneneinstrahlung ganz ausbleibt, präsentieren sie ihre stärkste Eigenschaft: eine reiche und anhaltende Blüte. Von Weiss bis hin zu Rot leuchten die einfachen, halbgefüllten und gefüllten Blüten der Edelbegonien von Juni bis zum Spätherbst.

Wiederentdeckt durch neue Farben

Einst gehörte diese Begonienart zur Sommerbepflanzung eines jeden Balkongärtners. Doch über die letzten Jahre wurden die Blüher oft als «verstaubte Grosstantenpflanze» abgestempelt. Zu Unrecht, finden wir. Neue Farbgebungen wie etwa die zart cremefarbene Sorte «Champagner» oder auch die starkblühenden und vegetativ vermehrten Tuberhybriden wie «Belleconia» bestätigen die Begonie auch als moderne, vielseitig einsetzbare Hängepflanze. Zu ihrem Blütenreichtum und ihrer Schattenverträglichkeit zeigt sie zudem eine gute Resistenz gegen Mehltau. Die Sorten der Serie «Belina» (Volmary) gedeihen auch an der Sonne prächtig.

Hängebegonien richtig pflegen

Das regelmässige Entfernen der verwelkten Blüten regt die Bildung neuer Knospen an, damit die Pflanze buschig wächst. In ihrer ursprünglichen Heimat, den tropischen Regionen, trocknet die Erde dank häufigem Regen nie ganz aus – ein Pflegetipp, der auch den modernen Sorten zu­gutekommt. Regelmässiges Giessen ist vor allem in Ampelgefässen oder Balkonkistchen ein Muss. Denn in luftiger Höhe trocknet das Substrat besonders schnell aus. Dabei nicht über die Blüten und Blätter, sondern direkt in die Erde giessen. Staunässe ist jedoch auch für diese Gattung ein absolutes Tabu. Das Gefäss sollte deshalb vor dem Bepflanzen mit einer Drainageschicht aus Blähton oder Kies versehen werden – oder zumindest muss das Abflussloch mithilfe einer Tonscherbe frei bleiben. Auf sommerliche Düngegaben reagieren Begonien blühfreudig und wüchsig.

Hängebegonien überwintern

Kündigen sich dann die ersten Frostnächte an, ist Vorsicht angesagt. Begonien ertragen keine eisigen Temperaturen. Jene Sorten, die Knollen bilden und sich somit überwintern lassen, sollten rechtzeitig eingeräumt werden. Dazu die Erde in den Töpfen fast austrocknen lassen, danach alle oberirdischen Teile bis auf gut 2 cm zurückschneiden. Das Gefäss in einem dunklen Raum bei etwa 10 °C aufstellen. Den Überwinterungsraum regelmässig lüften und die Erde leicht befeuchten. Alternativ können die Knollen auch ausgegraben und in Zeitungspapier gewickelt oder in einem Briefcouvert eingeschlagen gelagert werden. Im Frühling die Knollen wieder einpflanzen, sodass sie knapp unter der Erde zu liegen kommen. Ab Austriebsbeginn wieder wärmer und heller stellen und normal giessen.

Attraktiver und asymmetrischer Blattschmuck

Die Familie der Schiefblattgewächse (Begoniaceae) birgt eine Vielzahl an Arten, die allein schon durch ihren Blattschmuck begeistern. Auch die Hängebegonie trägt abwechslungsreiche, asymmetrische und spitzpfeilige Blätter. Je nach Sorte ist das Laub gefleckt oder panaschiert, pelzig oder glänzend. Die sortentypischen Grünnuancen bieten den eher hellen Blüten einen spektakulären Hintergrund. So vermag Begonia x tuberhybrida «Rosana Champagner» mit grossen champagner­farbenen Blüten zu beeindrucken. Die Kreuzung «Belleconia Red» gefällt dank ihrer leuchtend roten Blüten und ist in weiteren Farben erhältlich. Kontrastreich und mit orangem Signaleffekt über sehr dunklem Laub zeigt sich die einjährig wachsende Begonia «Unstoppable Upright Fire». Diese Sorte überzeugt durch den kompakten kugeligen Wuchs auch an einem Sonnenstandort – gekoppelt mit dichter und anhaltender Blütenmenge.

  • Artikel von:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten»
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