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Hamster: Tipps zur artgerechten Haltung

Die artgerechte Haltung von Zwerghamstern und Goldhamstern ist anspruchsvoll. Lesen Sie jetzt die wichtigsten Tipps zur Haltung, zur Nahrung und zum Gehege von Hamstern.

Hamster sind besonders für Kinder ein beliebtes Haustier
Die artgerechte Haltung von Zwerghamstern und Goldhamstern ist anspruchsvoll.
(mei) Wer raschelt des Nachts in Ihrem Heim – es ist Ihr Hamster, er gräbt sich ein. So könnte es heissen, wenn Sie eines der possierlichen Tiere bei sich aufzunehmen. Sobald es dämmert, werden Hamster nämlich aktiv und wirbeln durch die Gegend, um Futter aufzuspüren oder in Gängen zu buddeln. Tagsüber ist hingegen meist Schlafen angesagt. Entsprechende Störungen quittieren Hamster unter Umständen mit resoluten Bissen. Nichtsdestotrotz können sie sehr zutraulich werden, auch wenn sie keine Kuscheltiere sind. Bringt man ihnen etwas Geduld entgegen, fressen sie sogar aus der Hand und bereiten mit ihrem kecken Wesen viel Freude. Gesetzt den Fall natürlich, man beachtet einige Punkte hinsichtlich ihrer Haltung und Pflege. 

Einzel- oder Gruppenhaltung?

Im Grundsatz gilt: Der Hamster ist ein Einzelgänger und kann bzw. muss allein gehalten werden. So sind Goldhamster und Dsungarische Zwerghamster Einzelgänger und müssen stets als Einzeltier gehalten werden. In der Schweiz ist die Einzelhaltung von Goldhamstern sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Alternativen zur Einzelhaltung kann es für Roborowski Zwerghamster und Campbell Zwerghamster geben. Roborowski Zwerghamster können manchmal in gleichgeschlechtlichen Gruppen gehalten werden. Bei Campbell Zwerghamstern kann die Haltung eines Weibchens und eines kastrierten Männchens möglich sein. Die Gruppenhaltung erfordert erstens ein besonders grosses Gehege sowie ein Ersatzgehege. Zweitens müssen die Halter Erfahrung in der Hamsterhaltung haben und ihre Roborowski oder Campbell Zwerghamster aufmerksam beobachten: Verstehen sich die Tiere nicht, müssen sie getrennt und einzeln untergebracht werden.

 

Die artgerechte Unterbringung für Hamster

  • Raum: Das Hamstergehege sollte in einem Raum platziert werden, in dem der Hamster tagsüber ruhig schlafen kann. Umgekehrt sollte der Hamster nachts, wenn er aktiv wird, nicht die Nachtruhe seiner Besitzer stören. Die Temperatur im Raum sollte durchgehend zwischen 18 und 25 °Celsius betragen.
  • Standort: Der Hamsterkäfig sollte an einem nicht zu hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung oder Durchzug und nicht unmittelbar neben einem Heizkörper stehen.
  • Bedürfnisse: Hamster sind sehr bewegungsfreudige Tiere, die zudem gerne graben und Höhlen anlegen. Das Hamstergehege muss diesen Bedürfnissen entsprechen.
  • Käfiggrösse: Der STS empfiehlt ein Gehege mit einer Grundfläche von einem Quadratmeter und einer Höhe von mindestens 60 Zentimeter. Da die Einstreutiefe jedoch idealerweise 80 Zentimeter beträgt, ist ein höheres Gehege besser. Dieser untere Teil des Hamstergeheges sollte aus Glas oder Plexiglas gefertigt sein. Der obere Teil des Geheges sollte hingegen eine Umfassung mit Gitterstäben aufweisen, weil dies eine gute Durchlüftung gewährleistet.
  • Auslauf: Nebst dem Gehege schätzt der Hamster einen sicheren Auslauf, zu dem er über eine Röhre freien Zugang hat. 

Die 10 Must-haves für das Hamstergehege

  1. Haus mit drei oder mehr abgetrennten Kammern, die dem Hamster als Schlafplatz, Toilette und Vorratskammer dienen. Eine Toilettenschale in der Toilettenkammer erleichtert die Reinigung.
  2. Einstreu: Geeignet ist eine Mischung aus Kleintierstreu, Heu und Stroh, die man 80 Zentimeter hoch einfüllt.
  3. Nestmaterial aus Heu oder ungefärbtem Haushaltspapier
  4. Nagematerial wie Äste und Zweige von ungiftigen Sträuchern wie der Hasel und Bäumen, etwa der Buche oder ungespritzten Obstbäumen
  5. Sandbad, das zum Graben, zur Fellpflege und als Toilette dient
  6. Wassernapf
  7. Futternapf
  8. Verschiedene Unterschlüpfe wie zum Beispiel Korkrinden oder Röhren
  9. Verschiedene Plattformen für den oberen Bereich, sodass sich die Gehegefläche vergrössert
  10. Flache Steine zum Abwetzen der Krallen. Die Steine müssen auf dem Gehegeboden platziert werden, bevor der Einstreu eingefüllt wird. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Hamster von den Steinen erdrückt werden 

Die richtige Nahrung für Hamster

Hamster fressen vorwiegend pflanzliche Nahrung, nehmen aber auch etwas tierisches Eiweiss zu sich. Stets zur Verfügung stehen müssen Wasser und eine Körner-, Kräuter- und Blütenmischung für Goldhamster bzw. für Zwerghamster. Die Futtermischung reichert man täglich mit Gemüse an, idealerweise aus biologischem Anbau. Geeignet sind Gurke, Zucchini, Chicorée sowie Blattsalate. Sprossen, frische Kräuter sowie Insekten sollten mehrmals pro Woche dargeboten werden. Ab und zu sollten belaubte Haselnuss-, Apfelbaum- oder Weidenäste ins Hamstergehege gelegt werden. Goldhamster schätzen gelegentliche Gaben von Rüebli, Peperoni und Kürbis. Für Zwerghamster hingegen darf es ab und zu einmal ein Hirsekolben sein. 

Pflege von Hamstern

Eine ausgewogene Ernährung und ein tiergerechtes Hamstergehege tragen wesentlich zur Gesundheit des Hamsters bei. Das Gehege muss täglich gereinigt werden, denn Hamster benötigen eine saubere Umgebung. Auch der tägliche «Gesundheits-Check» gehört zur Hamsterhaltung: Sind Bewegungsdrang, Appetit und Aussehen normal? Einmal im Monat steht ausserdem eine ausgiebige Gesundheitsüberprüfung auf dem Programm. Der Hamster wird dabei gewogen, damit man einen Gewichtszunahme bzw. einen Gewichtsverlust erkennt. Ist der Hamster krank, muss er gemäss Schweizer Recht tierärztlich versorgt werden. 

Hamster und Kinder

Hamster werden oft als erstes Tier für Kinder auserkoren. Fakt ist, dass sich die «Tagschläfer» und «Nachtaktiven» nur bedingt als Spielgefährten eignen. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung von Hamstern bei lediglich zwei bis drei Jahren liegt und ihr frühes Ableben belastend sein kann.

Häufige Fragen

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