Einkaufswagen Suchen
Finanzieren & Kaufen
Recht
Bauen & Renovieren
Sichern & Versichern
Wohnen
Garten & Balkon

Sicherheitschecks bei Photovoltaik-Anlagen versprechen einen effizienten Betrieb

Photovoltaik-Anlagen machen aus einem Haus ein Kraftwerk. Sie bestehen aus diversen technischen Komponenten, bei denen potenziell Funktionsstörungen auftreten können. Deshalb stellt sich die Frage nach Sicherheitschecks. Während eine Beeinträchtigung der erwarteten Leistung schnell wahrnehmbar ist, ist die Behebung von Störungen und die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit Sache von Fachleuten. Contracting oder Wartungsverträge können eine Lösung sein.

Sicherheitschecks bei Photovoltaik-Anlagen versprechen einen effizienten Betrieb
Sobald bei Photovoltaik-Anlagen Hand angelegt werden muss, sollte dies durch Fachleute geschehen.

(mpe) Eine Photovoltaik-Anlage besteht aus diversen Komponenten: Solarmodule, Wechselrichter, Verkabelung, Steuerung, unter Umständen auch aus einem Speicher. Diese Komponenten müssen zusammenspielen. Sie sind teilweise direkt der Umwelt ausgesetzt, haben eine bestimmte Lebensdauer und können auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Deshalb sollte man den Betriebsbedingungen, der Wartung und Sicherheitschecks die nötige Aufmerksamkeit schenken.

Permanenter Sicherheitscheck von Photovoltaik-Anlagen mittels Monitoring

In der Regel bestellt der Anlagenbetreiber die Photovoltaik-Anlagen beim Installateur, der sie betriebstauglich übergibt. Gemäss dem Branchenverband Swissolar besteht bei Photovoltaik-Anlagen keine gesetzliche Pflicht und auch grundsätzlich keine technische Notwendigkeit, eine Wartung durchzuführen. Denn es gebe keine Verschleissteile, so Swissolar. Beim Betrieb von Stromspeichern kann allerdings eine regelmässige Wartung vorgeschrieben sein. Dies muss vom Fachbetrieb bekannt gegeben werden.

Allerdings empfiehlt Swissolar für alle Photovoltaik-Anlagen einen permanenten Sicherheitscheck in der Form eines Monitorings (Anlagenüberwachung). Mit dem Monitoring werden Anlagenstörungen oder -ausfälle aufgezeigt. Anschliessend können Warnmeldungen an Fachbestriebe erfolgen. Die meisten Wechselrichter verfügen über wechselrichterintegrierte Monitoringlösungen, mit denen Störmeldungen versandt werden können. Meist gibt es auch eine kostenlose Visualisierung der Ertragsdaten auf einem Portal. Bei einem Leistungsabfall müsste die Anlage vom Fachbetrieb untersucht werden.

Sicherheitscheck vor Ort

Das Monitoring allein kann allerdings nicht garantieren, dass alle Anlagenprobleme erkannt werden. Solange ein Glasbruch bei einem Modul, etwa durch Hagelschlag, die Leistungsfähigkeit des Moduls nicht beeinträchtigt, nimmt ihn das Monitoring nicht wahr. Daher kann es Sinn machen, nach einem Sturm eine zusätzliche Sichtkontrolle durchzuführen, um den Anlagenzustand zu überprüfen. Für Photovoltaik-Anlagen auf Einfamilienhäusern wird eine nähere Begutachtung alle zwei Jahre empfohlen.

Beim Sicherheitscheck mittels Sichtkontrollen geht es auch um die die mechanische Überprüfung der Befestigungspunkte an den Modulen oder um Beschädigungen an sämtlichen Anlagenkomponenten (Module, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Verkabelung) sowie um Schäden am Dach selbst. Bei Modulen der Photovoltaik-Anlage lassen sich durch den Sicherheitscheck ertragsmindernde Schäden wie Delaminationen (Loslösung der Rückseitenfolie) oder Verfärbungen der Module (browning) ausfindig machen und beheben. Die UV-Beständigkeit von Schutzrohren oder die mögliche Versprödung der Isolation bei Installationskabeln sind weitere Prüfpunkte, ebenso Korrosionserscheinungen oder Schädlingsverbiss bei Stringkabeln.

 

Sichtkontrollen geben auch Auskunft zur Verschmutzung der Module. Russ, Staub, Pollen, Laub oder Vogelkot können mit der Zeit zu Leistungseinbussen führen, deren Ursache erst durch einen prüfenden Blick auf die Photovoltaik-Anlage eruiert werden kann. Je geringer die Neigung der Photovoltaik-Module, desto grösser ist die Gefahr einer Verschmutzung. Es gibt Betriebe, die sich auf die Reinigung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert haben Diese sollte je nach Verschmutzung etwa alle fünf Jahre erfolgen. Swissolar empfiehlt dafür demineralisiertes Wasser oder Regenwasser. Normales Leitungswasser kann zu Kalkflecken führen. Bei Reinigungsmitteln ist Zurückhaltung empfohlen. Es besteht das Risiko, dass Moduloberflächen angegriffen werden und Garantieansprüche seitens des Modulherstellers verloren gehen.

Für die nähere Begutachtung der Photovoltaik-Anlage für den Sicherheitscheck muss das Dach zugänglich und begehbar sein. Unter Umständen sind Absturzsicherungen, etwa Geländer oder Anschlageinrichtungen für einen Anseilschutz zu installieren.

Sicherheitscheck über Outsourcing

Für den Sicherheitscheck von Photovoltaik-Anlagen gibt es keine verbindlichen Zeitintervalle, in denen eine Wartung durchgeführt werden muss. Gemäss Swissolar gehen keine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Installationsunternehmen oder den Produktherstellern verloren, falls keine Wartung erfolgt ist. Der Betreiber ist aber angehalten, die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-Anlage im Auge zu behalten. Er kann das über eine Monitoring-/Wartungsvereinbarung an die Installationsfirma delegieren.

 

Für grössere Photovoltaik-Anlagen besteht die Möglichkeit eines weitestgehenden Outsourcing des Sicherheitschecks und der Verantwortung für den Betrieb mittels Contracting. Viele Elektrizitätsversorgungs-Unternehmen bieten solche Eigentums- und Betriebslösungen an. In diesem Fall wird das Dach vom Eigentümer der Liegenschaft an den Eigentümer und Betreiber der Photovoltaik-Anlage vermietet. Letzterer verkauft dann dort produzierten Strom dem Gebäudebesitzer. Das Mietverhältnis läuft in der Regel über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren. Für die Sicherheitschecks und den optimalen Betrieb ist in diesem Fall der Vertragspartner zuständig.

Weiterführende Links:

Swissolar

Häufige Fragen

  • Artikel von:
  • hausinfo
  • Bildmaterial:
  • Getty images
Tags