Energie, Strom und Beleuchtung

So verkaufen Sie Strom aus Eigenproduktion

Heute kann mittels einer Photovoltaik-Anlage am eigenen Haus Strom erzeugt werden. Was soll mit ihm geschehen? Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten: die Nutzung und Speicherung für den Eigenverbrauch. Oder den Verkauf an Dritte. Diese Möglichkeiten lassen sich auch kombinieren.

Photovoltaikanlage: Strom aus Eigenproduktion verkaufen
Mit einer Photovoltaikanlage produzierter Strom kann verkauft werden, etwa an Netzbetreiber oder Energieversorger.

(MP) Elektrischer Strom ist eine Energieform, die an einem bestimmten Ort aktiv aufgebaut und am besten sofort nach der Erzeugung genutzt wird. Seine Speicherung und «Lagerung» in Batterien ist vergleichsweise kompliziert, kostspielig und über längere Zeiträume nicht sinnvoll. Dies ist bei der Planung von grossen wie kleinen Kraftwerken zu berücksichtigen, auch bei Stromerzeugung im eigenen Haus. Die sinnvolle Ab- und Weitergabe des Stroms muss bei jedem entsprechenden Vorhaben gut durchdacht werden. Das gilt auch bei der Installation einer Photovoltaikanlage.

Wer ist der Abnehmer meines Stroms?

Den grössten Nutzen erbringt eine PV-Anlage in der Regel dann, wenn ihr elektrischer Strom direkt Geräte in der Nähe betreibt, zum Beispiel eine Waschmaschine oder eine Wärmepumpe im selben Haus, auf dem die Anlage installiert ist. Leider wird der Strom oft nicht dann produziert, wenn man ihn braucht. Deshalb muss er

  • entweder in eine Batterie fliessen – unter Umständen in jene eines Elektrofahrzeugs
  • oder er wird in ein Stromnetz eingespeist. Dann sind Produktion und Bedarf weiter gestreut.

Mit einem geschickten Management im eigenen Haus lassen sich die Produktion und der Bedarf von Strom koordinieren. Wenn eine Einspeisemöglichkeit besteht, werden die Betreiber von Stromnetzen zu Vermittlern, die Angebot und Nachfrage in einem grösseren Rahmen möglichst effizient regeln. Eigentümer und Eigentümerinnen von PV-Anlagen können auf diesem Weg ihren selbst produzierten Strom zu Geld machen und bei Bedarf auch Strom aus dem Netz beziehen.

Gibt es für Photovoltaik-Strom Geld vom Bund?

Seit mehr als zehn Jahren fördert der Bund die Installation von Photovoltaikanlagen mit dem Einspeisevergütungssystem EVS, auch bekannt unter der älteren Bezeichnung Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Es winkt ein fester, garantierter Vergütungstarif für den eingespeisten Strom. Die Vergütungsdauer im EVS beträgt dann 15 Jahre ab Inbetriebnahme. Geld über das EVS muss vor der Erstellung der Anlage mit einem Gesuch bei der Firma Pronovo AG beantragt werden. 

Sind Netzbetreiber an meinem Photovoltaik-Strom interessiert?

Es besteht die Möglichkeit, mit einem Netzbetreiber oder Energieversorger ein Vertragsverhältnis einzugehen. Diese verkaufen den selbst erzeugten Strom ihrer Vertragspartner über Strombörsen. Das Vertragsverhältnis wird in der Regel mit einem Anschlussgesuch in der frühen Planungsphase eingeleitet. Wird man sich einig, folgt die Installation einer Messeinrichtung bei der Anlage. Die produzierende Seite berappt

  • die Bau- und Bewilligungskosten der Energieerzeugungsanlage
  • die Anpassungen der Hausinstallation, die Kosten für den Anschluss und die Zuleitung zum Anschlusspunkt
  • die Kosten für die Abnahme und allfällige Beglaubigung aufkommen.

Auf der Einkommensseite kann sie Eispeisevergütungen erwarten. Die Höhe der Beiträge kann vom betreffenden Abnehmer frei bestimmt werden und variiert enorm. In der selben Region schwankt er in Extremfällen zwischen 3.75 Rappen pro kWh und 25 Rappen pro kWh.

Verkauft werden kann beim Besitz einer Photovoltaikanlage auch der Herkunftsnachweis; die «Sauberkeit» des Stroms hat an Strombörsen seinen eigenen Wert. Dies können nochmals mehrere Rappen pro kWh sein.

Tendenziell sinken gemäss Fachportalen die Rückspeisetarife und nähern sich dem börslich gehandelten Marktpreis an. Der Referenz-Marktpreis für die Photovoltaik wird vierteljährlich bestimmt.

Wie lässt sich mit einer ZEV Strom verkaufen?

Eine noch junge Möglichkeit, eigenen Strom zu verkaufen, bietet der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Die Energieverordnung (EnV) vom 1. November 2017 setzt für ihn den rechtlichen Rahmen. Der ZEV ermöglicht es, den selbst produzierten Strom einer bestimmten, überschaubaren Gruppe von Abnehmern zu verkaufen. Diese Verkaufslösung bietet sich beispielsweise in Mietliegenschaften an, die mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet sind. Man kann aber auch mit Nachbarliegenschaften ZEV bilden und unter den Beteiligten ein effizientes Energiemanagement anstreben.

Gemäss einem offiziellen Leitfaden darf den Abnehmern des selbst erzeugten elektrischen Stroms nicht mehr in Rechnung gestellt werden als die Kosten des externen Stromproduktes, das er beziehen würde, falls er nicht im ZEV wäre. Dies eröffnet die Möglichkeit, bei günstiger Eigenproduktion die Differenz als Gewinn zu verbuchen oder die Abnehmer von günstigeren Stromkosten profitieren zu lassen. Ein Unterbieten des externen Anbieters kann wiederum die Attraktivität von Mietobjekten steigern.

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