Heizung, Lüftung und Klima

Heizen mit einem Schwedenofen

Der Schwedenofen wurde eigentlich in Dänemark erfunden und ist auch sonst ein vieldeutiger Begriff. Wer nicht nur das Ambiente mit einem sichtbaren Feuer betonen will, hält deshalb Ausschau auf Kleinöfen mit Speicherfunktion. Unter Umständen verbessern solche Raumfeuersysteme sogar die Effizienz das Heizsystems.

Sieht nicht nur schön aus, heizt auch gut: ein Schwedenofen im Wohnbereich
Schwedenöfen verschönern das Wohnambiente und verbessern die Effizienz beim Heizen, wenn sich darin selbst Wärme speichern lässt.

Cheminées bieten zwar – nach dem offenen Feuer im Freien – immer noch das maximale Feuererlebnis im Wohnzimmer. Doch verpufft jeweils sehr viel Energie beim Abbrennen von Holz nutzlos durch den Kamin. Eine breite Palette von Kamin-, Speicher- oder Zimmeröfen lassen ebenfalls einen Blick auf flackernde Flammen zu. Die im Volksmund häufig als Schwedenöfen bezeichnete Produktepalette ist jedoch vielfältig und häufig multifunktional einsetzbar. Zu unterscheiden ist beispielsweis der Cheminéeofen mit freistehendem Stahlkorpus, verglaster Tür und sichtbarem Kaminrohr. Speicheröfen fallen dagegen durch ein kleineres Fenster auf, weil der Speichermantel darum herum grösser ist.

Sind die in der Regel für einen Raum konzipierten geschlossenen Kleinöfen mit einem Speicher versehen, tragen sie viel zur Effizienz der Wärmeversorgung bei. An sehr kalten Tagen können sie sogar unersetzlich sein und die Grundwärme des Heizsystems sinnvoll ergänzen.

Was den unterschiedlichen Raumfeuerungen gemeinsam ist: Sie erzeugen klimaneutrale Wärme aus Holz.

Qualitätssiegel als Verkaufsargument

Die Betonung liegt auf können: Nach wie vor sind Raumfeuersysteme erhältlich, die eigentlich nur die Wohnatmosphäre verschönern, aber die Energiebilanz beim Heizen kaum verbessern. Offene und geschlossene Cheminées brennen zum Beispiel schnell ab, weshalb deren Heizwirkung sehr gering ist. Im Baumarkt sind Kleinöfen bereits unter 2000 Franken erhältlich. Ergänzt mit dem Kaminzubehör und den Einbauarbeiten sind deshalb Kosten von mehreren Tausend Franken einzuplanen. Dennoch lohnt sich, eine Offerte bei professionellen Ofenbauern einzuholen, um dereinst das Optimum an Heizeffekten herausholen zu können. Zudem ist beim Kauf von Kleinöfen oder Raumfeuerungen auf das Qualitätssiegel der Branchenvereinigung Holzenergie Schweiz zu achten: Geprüfte Öfen halten zum Beispiel Grenzwerte für CO2- und Staubemissionen ein sowie erreichen einen Mindest-Wirkungsgrad. Auf der Website von Holzenergie Schweiz wird eine Liste sämtlicher geprüfter Produkte, geordnet Typen und Einsatzvarianten, laufend aktualisiert.

Ideal in Kombination mit Sonnenkollektoren

Wer sich für raumbezogene Holzfeuerungen interessiert, kann Vorteile für das ganze Wohnhaus daraus ziehen: In gut gedämmten Gebäuden kann ein solcher Zimmerofen sogar schon reichen, um auch benachbarte Räume zu beheizen. Voraussetzung dafür ist etwa eine Erweiterung mit einem Wasser geführten System. Dies ermöglicht einen Anschluss an den Heizkreislauf respektive erlaubt zusätzliche eine ergänzende Warmwasserproduktion im Sommer mit Sonnenkollektoren. Je nach Kanton und Gemeinde gibt es dafür auch Fördergelder. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass die Leistung des Ofens auf den raumspezifischen Wärmebedarf abgestimmt. Eine weitere Selbstverständlichkeit ist: In Stückholzöfen darf ausschliesslich naturbelassenes Holz verbrannt werden, das im besten Fall mindestens zwei Jahre getrocknet werden konnte.

Wie Wärme gespeichert werden kann

Die Wirkung einer Wohnraumheizung mit Holz lässt sich mit verschiedenen Speichersystemen verbessern. Als Grundvoraussetzung gilt, dass der Kleinofen selbst Wärme speichern kann. Der Wärmespeicher ist in der Regel ein Mantel aus Keramik, Naturstein oder Spezialbeton. Sind die Oberflächen des betreffenden Raums mineralisch, speichert sich weitere Wärme in dieser Masse. Ist der Kleinofen mit einem wasserführenden Verteilsystem verbunden, lässt sich hier ein eigener Wärmespeicher dazu stellen. 

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