Planung, Finanzierung und Rücklagen

Wartung und Unterhalt von Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen benötigen an sich wenig Unterhalt. Dennoch sind sie regelmässig zu kontrollieren und bisweilen auch zu reinigen.

Unterhalten Sie ihre Solaranlage beispielsweise mit regelmässiger Reinigung
Neben regelmässigen Kontrollen ist bisweilen an eine Reinigung der Solaranlage zu denken.
Die älteste Photovoltaikanlage (PV) der Schweiz hat die Erwartungen übererfüllt. Das Solardach der heutigen Tessiner Fachhochschule SUPSI ist fast 40 Jahre alt und immer noch äusserst fit: Bis heute funktioniert sie ohne nennenswerte Panne. Das Leistungsmaximum erreicht immer noch 70 Prozent des ursprünglichen Werts. Auch andere fast ebenso alte Solarstromanlagen beweisen mittlerweile, wie umsichtig und korrekt die Sollwerte bisher deklariert worden sind. Die meisten Hersteller geben eine durchschnittliche Lebensdauer von 25 Jahren und eine Ertragseinbusse von höchstens 20 Prozent an. PV-Forscher an der Berner Fachhochschule sehen zukünftig eine durchschnittliche Lebensdauer von 40 Jahren als möglich und wünschenswert an. Dass die Praxis die theoretischen Erwartungen übertrifft, ist auch in Fachkreisen bekannt. So funktionieren ältere Solarstromanlagen fast störungsfrei. Mit Ausnahme eines Austauschs von Wechselrichtern nach etwa 15 Jahren bleibt der Unterhaltsaufwand minimal. Trotzdem warnen Berner Solarexperten davor, vollständig auf eine Pflege zu verzichten. Die PV-Testanlage am Institut für Photovoltaik in Burgdorf hat nämlich gezeigt, dass die Verschmutzung durchaus eine Ertragseinbusse bei Solarmodulen verursachen kann.

Feinstaub und Laub

Zwar sind Regen und Schnee ein natürliches Putzmittel mit meistens ausreichender Wirkung. Doch der Selbstreinigungseffekt funktioniert nicht immer wie gedacht, so dass Schmutz die verglasten PV-Zellen dauerhaft überdeckt, haben die Forscher am Berner Photovoltaiklabor erkannt. Vor allem in der Nähe von Industriekaminen, verkehrsreichen Strassen und Eisenbahnlinien sammelt sich viel Feinstaub an. Dadurch können Schmutzstreifen auf den Solarzellen entstehen. Das Solarlabor der Berner Fachhochschule gibt an, dass sich die Stromerträge damit um etwa 4 bis 8 Prozent verringern. Im Extremfall können sich die Stromerträge bis zu 30 Prozent reduzieren. Zudem hat das Solarlabor solche Ablagerungen auch auf Anlagen mit Neigungswinkel über 60° festgestellt. Deshalb sind der Putzaufwand und der Reinigungsrhythmus jeweils abhängig vom Standort zu bestimmen.

Eine regelmässige visuelle Kontrolle auf dem Dach ist leicht umsetzbar: Ein Blick im Herbst genügt, um den Reinigungsbedarf abzuschätzen. Allfälliges Laub lässt sich mit Wasser oder einem feinen Besen einfach entfernen.

Eine wichtige Voraussetzung für jegliche Kontrollgänge ist aber: Die Sicherheitsregeln für Dacharbeiten sind einzuhalten. Dazu gehören etwa fest installierte Ankerpunkte, so dass sich auch ein privater Hausbesitzer sicher am Seil auf einem Solardach bewegen kann.

Reinigungsfirmen bieten sich an

Gleichzeitig bieten immer häufiger Reinigungs- und Hauswartungsfirmen den Unterhaltsservice für Photovoltaikanlagen – als Zusatz zur Fenster- oder Fassadenreinigung – an. Eine Reinigung alle sechs Jahre genügt; die jährliche Sichtkontrolle ist dennoch empfehlenswert. Bei einer Neuinstallation hilft die richtige Auswahl der Produkte. Hochwertige PV-Module besitzen meistens nicht nur kratzfeste Abdeckungen, sondern sind auch weitgehend fugenlos montiert. Vor allem die Details an den Rändern sind zu beachten, damit sich nirgends Schmutz festsetzen kann. Qualitativ hochstehende Anlagen weisen kaum Überstände auf, an denen sich Schmutz und Laub festsetzen kann. Besonders gerahmte Anlagen mit flachem Neigungswinkel sind schmutzempfindlich.

Wartungsverträge als Garantiegrundlage

Doch aufgepasst: Die Solarmodule sind nicht die ganze PV-Anlage. Dazu gehören auch die Verkabelung, der Wechselrichter, der Stromzähler und das Montagesystem. Eine bekannte Schwachstelle ist dabei der Wechselrichter, der als elektrotechnisch komplexes Aggregat oft früher als erwartet Probleme oder sogar Ausfälle verursachen kann. Solarfachleute empfehlen daher, nach der Installation von PV-Anlagen jeweils einen Wartungsvertrag mit dem Lieferanten zu vereinbaren. Dies hat den Vorteil, dass allfällige Garantiefälle widerspruchsfrei akzeptiert und behoben werden können.

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