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So vermeiden Sie Akku-Brände

Auch wenn Brände bei Lithium-Ionen-Akkus nicht häufig sind, so ist das Potenzial an Gefahren, wenn ein Akku doch einmal brennt, erheblich.

Akkubrand
Eine häufige Ursache von Akku-Bränden ist die Verwendung von falschen Ladegeräten.

(stö) Lithium-Ionen-Akkumulatoren sind zu unseren täglichen Begleitern geworden. Vom E-Auto über E-Bikes und -Scooters hin zum Smartphone oder der E-Zigarette: All diese Geräte werden mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben. Diese vermögen eine hohe Menge an Energie auf kleinstem Raum zu speichern, sind schnell geladen – und nicht ganz ungefährlich. Mit den nachstehenden Punkten können Sie dazu beitragen, Akku-Brände zu verhüten. Und wenn ein Akku doch einmal brennt, kann richtiges Verhalten sogar Leben retten.

Akkus richtig laden

Eine häufige Ursache von Akku-Bränden ist die Verwendung von falschen Ladegeräten. Nicht nur für Elektro-Autos gibt es Normal- und Schnelllader, sondern auch für Kleingeräte wie Smartphones, Tablets oder elektronische Zigaretten. Dabei macht auch bei den Ladegeräten für Kleingeräte die Stromzufuhr den Unterschied aus: Während ein normales Klein-Ladegerät bei 5 Volt eine Ausgangsleistung von 0,5 Ampère aufweist, können Schnelllader ein Vielfaches davon leisten. Geräte und Kabel, die nicht für eine so hohe Stromaufnahme geeignet sind, können beim Laden beschädigt werden und – im schlechtesten Fall – in Brand geraten.

Verwenden Sie daher zum Laden Ihres Akkus ausschliesslich jenes Ladegerät und Zubehörkabel, das Ihnen zu Ihrem Smartphone etc. mitgeliefert worden ist. Sollten Sie über ein Gerät ohne beigelegtes Ladegerät und / oder Kabel verfügen, so empfiehlt es sich, dessen Akku mit einem geeigneten Kabel und einem auf das Gerät abgestimmtes Ladegerät zu laden. In der Regel ist die Stromspannung (in Volt («V») und Leistung (Ampère («A»)) sowohl auf dem Ladegerät wie dem entsprechenden Batteriebetriebenen Gerät und Zubehör vermerkt. Es sollten nur Ladegeräte verwendet werden, welche Spannung und Stromstärke (Ampère) des Geräts nicht übersteigen.

Achten Sie auch darauf, dass der Akku beim Gebrauch nicht vollständig entladen wird. Eine sogenannte Tiefenentladung kann den Akku beschädigen und beim Wiederaufladen die Brandgefahr erhöhen.

Moderne, qualitativ hochwertige Endgeräte (z.B. Smartphones) verfügen in der Regel über ausgeklügelte Batterie-Management und Sicherheitsfunktionen, welche die Brandgefahr erheblich senken. Dies gilt jedoch nicht in gleichem Masse für billige Akku-Geräte, Einzelakkus oder selbstgebastelte Geräte und Einrichtungen (z.B beim Modellbau).

Akku nicht bei grosser Hitze laden

Ein Smartphone-Akku hat nicht nur bezüglich Lademenge eine «Wohlfühlzone», die – je nach Gerät – zwischen ca. 20 Prozent und 80 Prozent liegt, sondern auch bevorzugte Aussentemperaturen während des Ladevorgangs von ca. 10 bis 30 Grad. An Hitzetagen sollte deshalb das Laden des Akkus auf den Abend oder auf den Morgen verschoben werden, und an der prallen Sonne sollte gänzlich auf das Laden verzichtet werden.

Akkus richtig lagern

Gerade E-Bikes und –Scooter sowie Gartengeräte (Rasenmäher, Heckenscheren, etc.) werden oft nicht das ganze Jahr über verwendet. Entfernen Sie deshalb bei längerem Nichtgebrauch den Akku vom Fahrzeug und lagern Sie diesen bei halber Ladung in einer kühleren Umgebung.

Beschädigte Akkus austauschen

Schnell ist das Smartphone oder Tablet, aber auch der Akku eines E-Bikes, zu Boden gefallen. Wenn Sie danach feststellen, dass sich das Gerät beim Laden ungewöhnlich verhält, z.B. zu lange dafür benötigt oder sehr warm wird, muss der Akku ausgetauscht werden. In jedem Fall gilt dies auch, wenn der Akku offensichtlich Verformungen oder mechanische Beschädigungen aufweist – dann kann ein spontaner Brand unmittelbar bevorstehen. Auch wenn Ihr Smartphone kein Akku-Fach besitzt, heisst das nicht, dass der Akku nicht ausgetauscht werden kann. Allerdings ist in solchen Fällen der Weg ins Fachgeschäft unumgänglich.

Was tun, wenn Akkus brennen?

Lithium-Ionen Akkus beinhalten brennbare Stoffe, wie z.B. einen brennbaren Elektrolyt und Kunststoffkomponenten. Zudem kommt bei beschädigten Lithium-Ionen-Akkus hinzu, dass sie den Sauerstoff, den das Feuer zum Brennen benötigt, gleich selbst liefern. Und da die Speicherung des Stroms auf chemischem Weg erfolgt, können im Brandfall giftige Gase freigesetzt werden, wobei auch ein Zerplatzen des Akkus und eine heftige Branderscheinung möglich sind. Brände bei kleineren Geräten lassen sich mit Sand oder einem Feuerlöscher bekämpfen.

Bei Bränden an grösseren Akkus, wie zum Beispiel bei E-Bikes, sollte in der Regel die Feuerwehr gerufen werden. Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, da eine heftige Zersetzung im Brandfall nicht ausgeschlossen werden kann. Beachten Sie auch, dass selbst nach dem Löschvorgang noch verzögerte Neuentzündungen auftreten können. Bei einem Brand, bei welchem in der Nähe batteriebetriebene Geräte – insbesondere solche mit grösseren Akkus (E-Bikes, E-Scooter, …) – in der Nähe sind, sollten diese – sofern noch gefahrlos möglich, vorsorglich in Sicherheit gebracht werden.

Brände können in der Regel mit viel Wasser gut gelöscht werden. 

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