Baukostenplan BKP

Baukostenplan: Baukosten berechnen und kontrollieren

Der Baukostenplan – kurz BKP – gliedert die Kosten beim Hausbau nach Aufwandgruppen. Ein einheitlicher Branchenstandard macht sie vergleichbar und hilft der Bauherrschaft bei der Kostenkontrolle. Eine Erweiterung vereinfacht zudem den Einsatz ökologischer Baustoffe.

Um einen vernünftigen Baukostenplan aufzustellen braucht es schon mal Taschenrechner, Papier und Stift
Baukostenpläne dienen dazu, Baukosten zu gliedern und diese transparent darzustellen.

(pk) Baukostenpläne dienen dazu, Baukosten nach Aufwandgruppen zu gliedern und die einzelnen Leistungen transparent darzustellen. Letztere sind entweder nach Unternehmerarten (z.B. Baumeister, Maler, Elektriker, etc.) und Drittleistungen respektive nach Bauteilen (z.B. Bodenplatte, Aussenwand, etc.) und Materialien geordnet. Ein Baukostenplan wird ab Projektentwurf über die Detailplanung bis zur Ausführung erstellt; er dient ebenso zur frühen Ermittlung von Baukosten wie zur Kostenkontrolle bei der Ausführung. Herausgeberin des BKP-Katalogs ist die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung, kurz CRB. Diese entwickelt zusammen mit den Fachverbänden und im Auftrag der schweizerischen Baubranche einheitliche Standards für die Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken.

Aktuell sind die folgenden Kostengliederungen (Normen) gültig:

  • Baukostenplan BKP 2001 (SN 506 500)
  • Spitalbau Kostenplan SKP 2003 (SN 506 504)
  • Baukostenplan Hochbau eBKP-H (SN 506 511)
  • Baukostenplan Tiefbau eBKP-T (SN 506 512)

Kostenplanung: vom Groben ins Feine

Die wichtigsten Vorteile eines Baukostenplans BKP sind: Der Investitionsaufwand wird nach Unternehmer- und Bauteilarten gegliedert und für die Ausschreibung von Unternehmeraufträgen nach einheitlichen Branchenregeln strukturiert. So schafft ein BKP zum einen Ordnung für die Planungsphase. Zum anderen hilft der Kontenplan die Übersicht in der Baubuchhaltung zu behalten.

Die Kosten eines Projekts sind dazu phasengerecht zu ermitteln; zu empfehlen ist das Prinzip: «vom Groben ins Feine». Bereits auf der Grundlage einer strategischen Planung oder einer Machbarkeitsstudie lässt sich ein Raumprogramm erstellen. Parallel dazu können Kosten mit einer Genauigkeit von ca. 20 Prozent kalkuliert werden. Dieses Vorgehen erlaubt, die Kosten in einer frühen Projektphase zu steuern, bevor die meisten Details bereits festgelegt sind.

Für die folgenden Planungsphasen – Bauprojekt, Ausschreibung und Ausführung – wird der Baukostenplan weiterverwendet und präzisiert. Bauherrschaft und Planer erhalten dadurch genauere Angaben zu den Arbeitsleistungen, die auszuschreiben sind, oder zu den erforderlichen Mengen an Baustoffen. Ziel eines Detailprojekts ist der Kostenvoranschlag mit einer Genauigkeit von ca. 10 Prozent. Dieser umfasst das detaillierte Leistungsverzeichnis, worauf eine Ausschreibung für Offerten und danach die Werkverträge zwischen Bauherrschaft und Unternehmer beruhen.

Analysieren, Kontrollieren und Vergleichen

Für die Bauherrschaft geben Baukostenpläne die Baukosten während der ganzen Projektierungs- und Ausführungsdauer detailliert und transparent wieder. Sie verdeutlichen – abhängig vom Projektierungsfortschritt, was ein Bauelement bzw. eine Arbeitsgattung kostet. Für diese Art der Kostenanalyse ist die Kostenstruktur hilfreich, indem ein prozentualer Anteil einzelner Positionen wie Gebäudehülle oder Haustechnik betrachtet und mit ähnlichen Projekten verglichen wird. So lassen sich unübliche Kosten rasch entdecken und gegebenenfalls korrigieren. In der Ausführungsphase helfen Baukostenpläne insbesondere bei der Kostenkontrolle und dem Finanzierungsplan. Entwickeln sich die Gesamtkosten nicht wie geplant, so lassen sich die Gründe aufgrund der detaillierten Information rasch feststellen und man kann korrigierend eingreifen.

Anhand der Baupläne kann die Bauherrschaft ebenso ein Benchmarking durchführen, indem sie spezifische Kostenkennwerte (Baukosten im Verhältnis zu Fläche oder Volumen) mit anderen Projekten vergleichen lässt.

Auch für ökologische Standards nutzbar

Bauherrschaften die, ökologische und gesunde Baumaterialien verwenden wollen, können sich einer erweiterten BKP-Version bedienen, den Eco-BKP. Sie dienen als ebenso standardisierte Werkzeuge für die ökologische Planung und Ausschreibung von Arbeitsgattungen und Verarbeitungsprozesse. Aktuell sind 29 Arbeitsgattungen wie Rückbau, Rohbau, Gebäudetechnik, Innenausbau und Umgebungsarbeiten berücksichtigt. Herausgeber der Eco-BKP ist der Verein Eco-bau, der sich als gemeinsame Plattform öffentlicher Bauherrschaften des Bundes, von Kantonen und Städten versteht.

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