Grundriss & Raumplanung

Ausrichtung des Hauses bestimmen: 4 hilfreiche Tipps

Eine der ersten Fragen für die Hausplanung ist: Auf welche Seite richtet sich das Eigenheim? Mit folgenden vier Tipps lassen sich das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner und der passive Energiegewinn steigern.

Ein Kompass kann bei der Bestimmung der Hausausrichtung behilflich sein
Die gezielte geografische Ausrichtung eines Hauses und der jeweiligen Räume verbessert die Energiebilanz und erhöht den Wohnkomfort.

(pk) Die geografische Ausrichtung eines Gebäudes wird im Planungsprozess häufig unterschätzt. Eine optimale Ausrichtung kann energetisch viel bewirken, weshalb die individuellen Voraussetzungen jedes Standorts auszuschöpfen sind. So lässt sich etwa die Basis für einen möglichst tiefen Energiebedarf schaffen. Zudem kann die Ausgangslage für lichtdurchflutete, helle Räume genutzt werden, was sich positiv auf das Wohngefühl und das physische Wohlbefinden auswirken kann. Eine gute Versorgung mit Tageslicht steigert ebenso die Konzentrationsfähigkeit.

Tipp 1: Nord-Süd-Ausrichtung als Idealfall

Verfechter einer Solararchitektur wissen schon lange, wie man die Sonne am einfachsten in das Haus holen kann. Früher bevorzugte man die Ost-West-Orientierung, weil so die meisten Sonnenstunden übers Jahr auf den Wohnraum fallen. Allerdings bleibt in den kalten Wintermonaten davon wenig übrig. Nur die Nord-Süd-Ausrichtung öffnet das Haus auch im Winter zur Sonne, deren Einstrahlung vergleichsweise viel zur Erwärmung der Innenräume beitragen kann.

Tipp 2: grosszügige Fensterfronten nach Süden

Die Vorteile der Nord-Süd-Ausrichtung überwiegen aber auch im Sommer: Da die Sonne während den Sommermonaten höher steht, ist die Gefahr einer Überhitzung weniger akut. Ein Dachüberstand beschattet das Gebäude bei hochstehender Sonne, während die tiefe Wintersonne weiterhin in das Haus strahlen kann. So benötigt selbst eine Südfassade eine geringere Beschattung als die Westfassade übers Eck. Häuser, die die Kraft der Sonne durch grosszügige Fensterfronten nach Süden optimal nutzen, reduzieren den aktiven Heizwärmebedarf beträchtlich. Die Heizperiode von geografisch gut ausgerichteten Häusern kann sich zudem deutlich verkürzen.

Tipp 3: Nebenräume zur Nordfassade, Haupträume gegen Süden

Die solargerechte Planung teilt den Innenraum in geografische Zonen ein: Nebenräume wie WC, Bad, Treppenhaus oder Reduit werden eher auf der Nordseite angeordnet, während dem richten sich die Haupträume wie Wohn- oder Esszimmer nach Süden.

Tipp 4: Schlafzimmer auf der Ostseite platzieren

Um zu vermeiden, dass sich das Schlafzimmer gegen Abend noch aufheizt, platziert man es an die Ostseite. Morgens lässt man sich von den ersten Sonnenstrahlen wecken. Der Lauf der Sonne lässt sich so für das Entwerfen eines Hauses gezielt nutzen. Doch daneben machen die Topografie, die bebaute Nachbarschaft oder baurechtliche Vorgaben diesen attraktiven Möglichkeiten oft einen oder mehrere Striche durch die Rechnung. 

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