Carport & Garage

Autounterstand und Carports richtig planen

Herbststürme und klirrend kalte Wintertage setzen einem Fahrzeug zu. Wer sein Auto vor herumfliegenden Gegenständen, herabfallenden Ästen oder sich selbst vor klammen Fingern schützen will, findet mit einem Carport den «sicheren Hafen» für das eigene Fortbewegungsmittel.

Ein Autounterstand oder Carport aus Holz sieht gut und aufgeräumt aus
In den letzten Jahren hat die Beliebtheit von Carports stetig zugenommen.

(pk) In den letzten Jahren hat die Beliebtheit von Carports stetig zugenommen. Immer mehr Hauseigentümer ziehen den Bau eines Carports demjenigen einer Garage vor. Gerade in Gebieten mit Neubauten fällt auf, wie beliebt diese einfachen Ergänzungsbauten unter Bauherrschaften sind. Auch die Aussenparkplätze bei bestehenden Häusern werden vermehrt mit einem Carport überdacht oder eingehaust.

Ist ein Carport besser als eine Garage?

Der wachsende Absatz von geschützten Autoabstellplätzen ist primär auf die preisgünstigere Investition im Vergleich zum Bau einer Garage zurückzuführen. Zudem sind Carports in zahlreichen Varianten mit unterschiedlichen Materialien, Formen und Ausführungen erhältlich. Auch der Faktor Zeit spielt eine zentrale Rolle: Während für den Bau einer Garage mehrere Wochen einberechnet werden müssen, wird ein Carport durchschnittlich in einem Tag erstellt. Weitere Vorteile beim Parkieren unter schützendem Dach sind: Die weiterhin offene Bauweise sorgt für ein schnelles Trocknen des Fahrzeugs; im Winter greift das Salzwasser das Auto unter anderem weniger stark an. Und dank der hohen natürlichen Belichtung kann das Fahrzeug unter dem geschützten Dach sowohl problemlos gereinigt werden als auch ein Reifenwechsel stattfinden.

Ein Nachteil gegenüber einer Garage ist allerdings: Ein Carport lässt sich in den seltensten Fällen abschliessen, so dass eine Beheizung beispielsweise unmöglich ist. Ebenso gering ist die Schutzwirkung vor Diebstahl. 

Hohe Auswahl an Funktionalität und Design

Die Auswahlkriterien müssen nicht künstlich eingeschränkt werden. Carport-Hersteller, die oft aus der Zimmereibranche stammen, legen grossen Wert auf Funktionalität und ansprechendes Design. Modelle «ab der Stange» sind genauso erhältlich wie massgefertigte Kleinbauten, die in Verbindung mit dem benachbarten Eigenheim ein harmonisches Gesamtbild erzeugen sollen.

Der individuelle Gestaltungsgrad ist sehr hoch. Der Grossteil der vor Ort erstellten Carports ist eine Holzkonstruktion. Dafür werden meist qualitativ gute Baumarten wie Kiefer, Fichte oder Lärche verwendet; auch das Holz einer Douglasie genügt den konstruktiven Ansprüchen.

Vom Unterstand zum Luxusmodell

Nicht nur Holz, sondern auch Baustoffe wie Edelstahl, Aluminium und Acrylglas werden für den Bau eines Carports eingesetzt. Diese Konstruktionsmaterialien sind ebenfalls stabil und können mit einem Korrosionsschutz wetterfest und unterhaltsam verkleidet werden. Die eigene Wahl des Materials hat neben funktionalen Ansprüchen auch dem persönlichen Geschmack zu genügen. Zusätzlich ist die passende Dachform daraus abzuleiten.

Die Funktionalität ist vielfältig bestimmbar: Einfache Carports sind einem Unterstand ähnlich, mit vier Pfeilern und einem Dach aus Aluminium. Ebenso erhältlich aufwändigere Konstruktionen mit Seitenwand und zwei nebeneinander liegenden Unterständen, aus Holz oder Edelstahl. Angeboten werden mittlerweile auch begrünbare Flachdächer sowie solche, die mit Photovoltaikmodulen ergänzt werden können.

Die Preispalette für einen Carport erstreckt sich deshalb von Angeboten für wenige hundert Franken bis zu mehreren zehntausend Franken. Die Kosten lassen sich jedoch reduzieren, sobald eine Bauherrschaft mit etwas handwerklichem Geschick selbst tätig werden will. Die Bauteile sind dafür bei Baumärkten in der ganzen Schweiz erhältlich.

Was bei der Umsetzung eines Carports zu beachten ist

Wird der Bau und der Erwerb eines Carports in Betracht gezogen, ist bei den Breiten- und Höhen-Massen nicht zu knapp zu kalkulieren. Eine grosszügige Planung lohnt sich, damit der Nutzungszyklus, etwa nach dem Kauf eines grösseren Autos respektive eines Zweitwagens weiterhin genügend Platz zur Verfügung steht. Je grösser der Carport, umso eher finden auch Fahrräder, Rasenmäher oder Kinderwagen Platz unter dem trockenen Dach.

Vor einem Kauf ist jedoch die Kontaktaufnahme mit den lokalen Baubehörden zu empfehlen. In der Regel gilt auch ein selbst gebauter Carport als unbewegliche Immobilie, deren Realisierung einer ordentlichen Baubewilligung bedarf. Wird der Carport direkt an das benachbarte Eigenheim angebaut, kann von dort aus ein direkter und komfortabler Zugang eingeplant werden. So wird der Carport allerdings zum Bestandteil des Wohnhauses. Dies muss der kantonalen Gebäudeversicherung gemeldet werden, wobei die Wertsteigerung den Investitionskosten entspricht. Die bestehenden Versicherungspolicen gegen Feuer und elementare Ereignisse wie Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung werden unvermittelt auf den Carport erweitert. Bei einem frei stehenden Carport ist die Versicherung jedoch nicht Pflicht. Die neue Sachlage mit der Versicherung abzuklären, ist allerdings auch in diesem Fall zu empfehlen. Im Kanton Bern sind freistehende Kleinbauten beispielsweise nach Gesetz obligatorisch bei der Gebäudeversicherung GVB zu versichern. Dies gilt, wenn eine Baubewilligung vorliegt und der Neuwert grösser als 10'000 Franken ist.

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