Nützlinge im Garten

Igel als Nützlinge im Garten

Nächtliche Schnüffelgeräusche im Garten? Das ist sicher ein Igel auf der Nahrungssuche. Der stachelige Nützling frisst allerlei Schädlinge und lockert mit seiner Nase sogar das Erdreich auf. So schaffen Sie einen perfekten Lebensraum für das Stacheltier.

Nützlinge im Garten: Igel
Der Igel frisst allerlei Schädlinge und lockert mit seiner Nase sogar das Erdreich auf.

(chu) Es sind putzige Gartentiere, die mit Beginn der Dämmerung mit Schnüffelgeräuschen auf Nahrungssuche sind. Igel sind nachtaktiv und nur im Herbst auch tagsüber im Garten zu sehen. Dann bereiten sich die Stacheltiere bereits emsig auf ihre Winterruhe vor. Zur Beute der Igel zählen allerlei Insekten- und Käferarten. So zählen die fleissigen Schädlingsvertilger zu wertvollen Nützlingen im Garten. Droht dem Igel selbst eine gefährliche Situation so igelt er sich wortwörtlich zu einer stacheligen Kugel ein. Hier stellen wir Ihnen das Stacheltier vor. Mit unseren Tipps fühlt sich der Igel auch in Ihrem Garten wohl.

Die Igel – kurz vorgestellt

In Europa sind der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und der Nördliche Weissbrustigel (Erinaceus roumanicus) die am häufigsten vorkommenden Igelarten. Die Namen verraten, die unterschiedlichen Färbungen des Fells an der Brust. Beide Arten sind vom Kopf bis zum Rumpf 25 bis 30 Zentimeter lang und besitzen einen kleinen etwa drei Zentimeter langen Schwanz. Die Rückenpartie der Tiere ist mit rund 8 000 schwarz-weisse Stacheln bedeckt. Sie haben kurze Gliedmassen wobei die Hinterbeine länger als die Vorderbeine sind. Im Garten ist der Nützling ein guter Schädlingsvertilger. Insekten und Käfer spürt er mit seiner spitz zulaufenden Nase erfolgreich auf. Es ist für ihn ein Leichtes mit seinen 36 sehr spitzen Zähnen und starken Kiefermuskeln die harten Chitinpanzer seiner Beute zu knacken. Igel verlassen sich hauptsächlich auf ihren guten Geschmacks- und Geruchssinn – nur schlecht sieht er mit seinen kleinen, runden Knopfaugen. Das Einigeln des Stacheltiers gehört wohl zu den Besonderheiten des Säugetieres. Dabei zieht er seine Gliedmassen an den Körper und rollt sich zu einer stacheligen Kugel ein. So gehen Fressfeinde wie Mader oder Füchse auf Abstand. Ist die Luft wieder rein kommt die bewegliche Schnauzenspitze zum Vorschein und überprüft, ob der Angreifer das Weite gesucht hat.

Davon ernähren sich Igel

Im Garten gehen die nachtaktiven Tiere fleissig auf Futtersuche und sind dabei wahre Schädlingsvertilger. So sorgen sie dafür, dass uns die Schnecken nicht die ganze Ernte streitig machen. Auf dem Speiseplan des Igels stehen Insekten wie Raupen, Käfer sowie deren Larven. Mit seiner feinen Nase erschnüffelt er diese im Erdreich. Auf Nacktschnecken greift er jedoch nur im Hungernotfall zurück – sie sind dem Igel zu schleimig. So sind abendliche Schnüffelgeräusche im Garten ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Igel gerade auf Nahrungssuche ist.

Nützlinge im Garten: Igel im Laub
Im Garten findet man das Stacheltier meist an ruhigen und sicheren Orten.

So leben Igel

Der Igel lebt bevorzugt in Wäldern, Gras- und Kulturlandschaften, die nicht zu feucht sind. Im Garten findet man das Stacheltier meist an ruhigen und sicheren Orten. Diese Igelplätze sind besonders beliebt und bieten einen idealen Unterschlupf: Dichte Hecken, aufgehäufeltes Laub oder Hohlräume unter Gebäuden. Igel sind nachtaktive Tiere und machen sich erst gegen Abend auf Nahrungssuche. Im Herbst sieht man sie jedoch sogar tagsüber durch den Garten streifen. Dann ist der tierische Terminkalender prall gefüllt und die Vorbereitungen für die Winterruhe laufen auf Hochtouren. Nun gilt es, sich genügend Speck für die kalten Monate anzufressen. Im November kugelt sich das Tier ein und hält bis in den März hinein seinen Winterschlaf.

Vorteile von Igel im Garten

Achtung hier kommt die Gartenpolizei! In einem Igelrevier bleibt nicht lange etwas liegen. Der Nützling räumt auf, vertilgt Aas und frisst Insekten, Käfer, Raupen, Engerlinge und Schnecken. Mit ihren spitzen Igelnasen werden sie sogar zum Bodenbelüfter und lockern das Erdreich im Garten auf.

Lebensräume für Igel schaffen

Igel streifen für ihr Leben gern durch leicht verwilderte Ecken im Garten. In dichten Hecken, auf Streuobstwiesen oder einem Laub- oder Totholzhaufen finden sie einen idealen Rückzugsort. Für den Gartenbewohner bieten sie zugleich ein willkommenes Winterquartier. Da die Nahrung im Herbst knapp wird kann dem Stachelträger etwas Igeltrockenfutter, Haferflocken oder ungesalzene Erdnüsse und eine Schale mit Wasser bereitgestellt werden. Bieten Sie jedoch keine Milch an, da die Tiere diese nicht vertragen – diese führt zu Durchfällen. Sind Sie etwas handwerklich begabt? Dann empfiehlt es sich für den Igel eine Behausung aus Holz zu bauen. Das Igelhaus sollte eine Grösse von mindestens 40 auf 60 Zentimeter haben. Der Schlaf- und Essbereich ist dabei durch eine Zwischenwand mit Durchgang getrennt. Das Haus ist nicht nur ein perfektes Winterquartier, sondern wird von dem Igel auch als Tagesversteck im Sommer gerne genutzt.

Hier droht dem Igel Gefahr

Das Auto zählt zu den grössten Feinden des Igels. Doch auch im Garten lauern einige Gefahrenquellen wie beispielsweise der Rasentrimmer oder der Mähroboter. Bei Gefahr rollt sich das dämmerungs- und nachtaktive Tier ein, stellt sich tot und wird vom Mähroboter überrollt und dabei schwer verletzt. Achten Sie darauf, dass Sie den Rasenmäher in Ihrem Garten nur tagsüber aktivieren. Verzichten Sie in Ihrem Garten auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Frisst der Igel eine Schnecke, die durch ein Schneckenkorn zu Tode kam, kann dies für ihn auch gefährlich enden.

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