Teich und Biotop im Garten

Welche Tiere eignen sich für das Biotop?

Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Tiere finden sich von selbst über den Land- oder Luftweg in Ihrem Biotop ein. Die etwas weniger gute Nachricht lautet: Die Ansiedelung tierischer Populationen durch menschliche Hand erfordert Überlegung, Bedacht und entsprechende Verhältnisse.

Bei guten Voraussetzungen finden sich von selbst Tiere wir Frösche in Biotopen ein
Bei guten Voraussetzungen finden sich von selbst Tiere in Biotopen ein.

(stö) Wenn Ihr Biotop fertiggestellt ist, braucht es meistens wenig Geduld, bis es sich mit tierischen Lebewesen zu bevölkern beginnt. Als erstes werden sich Insekten einfinden wie Libellen, Wasserläufer und Fliegenarten, gefolgt von Amphibien wie Molche, Kröten, Frösche oder auch Salamander. Mitunter brauchen Amphibien aber ein Jahr, bis sie den Weg zu Ihrem Biotop finden. Dafür werden sich Vögel sehr schnell an den Annehmlichkeiten eines naturnahen «Pools» erfreuen. Sollten Sie aber Fische im Teich halten, so lässt auch der Besuch eines Fischreihers bestimmt nicht lange auf sich warten…

Fische im Biotop: Abwägen erforderlich

Es gibt durchaus Fischarten, die sich in einem Biotop wohlfühlen, vorausgesetzt, es ist genügend gross und tief und gefriert im Winter nicht vollständig. Die Faustregel lautet: Ein Teich sollte mindestens 20 Quadratmeter gross und mindestens ein Meter tief sein. Dann können einheimische Fischarten wie Moderlieschen, Bitterling, Stichling, Elritze oder Goldorfe ausgesetzt werden. Für sie braucht das Wasser nicht gefiltert zu werden, im Gegensatz zu Goldfischen oder dem in jüngerer Zeit etwas «hip» gewordenen Koi. Tipp: Warten Sie mit der Ansiedelung von Fischpopulationen mindestens ein Jahr, damit sich in dieser Zeit das natürliche Gleichgewicht im Biotop einpendeln kann.

Aber nun zum grossen Aber: Das Aussetzen von Fischen erfolgt stets auf Kosten anderer Lebewesen. Vor allem betrifft das Amphibien, die im Teich laichen. Insbesondere die gefrässigen Goldfische und Kois lassen den Amphibien-Nachkommen kaum eine Überlebenschance. Die Frage des Aussetzens von Fischen wird somit zu einer Güterabwägung: Möchten Sie eine möglichst grosse Vielfalt an Tieren in Ihrem Biotop? Dann sollten Sie mit dem Einsetzen von Fischen darin zumindest zurückhaltend sein oder ganz darauf verzichten. Wenn Sie sich am Anblick von Fischen erfreuen möchten, lasst sich das einrichten, aber dafür werden sich Amphibien in der Umgebung rarmachen.

Fische als Algenfresser sind willkommen

Algen sind in Biotopen ein sattsam bekanntes Problem. Sie bilden sich einerseits durch Sonne und Nährstoffe, andererseits aber auch durch Ausscheidungen von Tieren im und um den Teich. Um dem Algenbewuchs vorzubeugen, können folgende Fischarten, die als Algenfresser gelten, ausgesetzt werden:

  • Goldelritze
  • Graskarpfen
  • Gründling
  • Moderlieschen
  • Nase
  • Rotfeder
  • Silberkarpfen
  • Wimpelkarpfen

Sie alle ernährten sich von Algen, aber auch sie vermögen die «Arbeit» nicht vollständig zu leisten. Deshalb steht die Algenpflege – sprich die Beseitigung der Ursachen des Algenbewuchs und allenfalls geeignete Bepflanzungen – stets an erster Stelle.

Alternativ können auch Schnecken, Muscheln oder Krebse im Biotop angesiedelt werden, wobei es zu beachten gilt, dass sich diese Tiere sehr schnell vermehren, was wiederum zu einem Nahrungsmangel führen kann. Darüber hinaus «vergreifen» sich vor allem Schnecken auch gerne an jenen Pflanzen, die am und im Biotop eigentlich erwünscht sind.

Wasserschildkröten im Biotop

Wenn es «eine Nummer grösser» sein darf, sind Wasserschildkröten eine attraktive Alternative oder Ergänzung zu Fischen im Biotop. Diese Schildkröten stellen aber besondere Anforderungen an die Anlage, wie zum Beispiel eine Umzäunung und Flachwasserbereiche. Zudem muss natürlich sichergestellt werden, dass die Wasserschildkröten über die kälteren Jahreszeiten in einem geeigneten «Indoor»-Aquarium unterkommen können. Aber auch aufgepasst: Schildkröten fressen Wasserpflanzen fürs Leben gern. 

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