Brandschutz rund ums Haus
Experten-Partner

Kamin und Feuerungsanlagen reinigen

Die regelmässige Kontrolle und Reinigung von Feuerungsanlagen ist wichtig. Sie trägt dazu bei, Brände und Schäden zu verhindern, Energie zu sparen und die Störungsanfälligkeit von Anlagen zu reduzieren.

Die regelmässige Kontrolle und Reinigung von Feuerungsanlagen ist wichtig.
Immobilienbesitzer sind verpflichtet, Kamine und Feuerungsanlage warten und reinigen zu lassen.

(pg) Ob Heizanlagen, Schwedenöfen oder Cheminées - Feuerungsanlagen müssen periodisch gereinigt und kontrolliert werden. Denn bei der Verbrennung zur Wärmeerzeugung entstehen Rückstände, die langfristig zu einer Beeinträchtigung des Betriebs führen - und im schlimmsten Fall auch zu einem Brand.

Neue Feuerschutz- und Feuerwehrverordnung ab 01.01.2021 im Kanton Bern

Über die Hälfte aller Kantone haben das Kaminfeger-Monopol bereits abgeschafft. 2021 zieht nun auch der Kanton Bern nach. Immer häufiger werden Gebäude mit Heizsystemen ohne Feuerung beheizt. Wie zum Beispiel mit Wärmepumpen oder Solaranlagen. Durch die vom Kaminfegermeister-Verband gewünschte Abschaffung des Kaminfeger-Monopols im Kanton Bern, erhalten die Kaminfeger grösseren unternehmerischen Handlungsspielraum. Dadurch dürfen sie in Zukunft auch andere Dienstleistungen im Bereich der Haustechnik anbieten.

Was ändert sich für Hauseigentümer? Ohne ein Kaminfeger-Monopol liegt die Verantwortung für die Reinigung der Feuerungsanlagen bei den Eigentümern. Sie können selber entscheiden, welcher Kaminfeger sie beauftragen möchten. Die Voraussetzung ist allerdings, dass der beauftragte Betrieb konzessioniert ist. Diese Bewilligungen vergibt im Kanton Bern die Gebäudeversicherung als Konzessions- und Aufsichtsbehörde. Eine Liste mit den im Kanton Bern zugelassenen Kaminfegerbetrieben finden Sie unter www.gvb.ch/kaminfeger 

Anlagen mit Festbrennstoffen häufiger zu reinigen

Anlagen mit Festbrennstoffen müssen häufiger kontrolliert und gereinigt als beispielsweise Öl- oder Gasfeuerungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Raumheizungs-, Warmwasseraufbereitungs- oder gewerbliche und industrielle Anlagen handelt.

Muss eine Feuerungsanlage zweimal pro Jahr kontrolliert bzw. gereinigt werden, hat mindestens eine Kontrolle bzw. Reinigung während der Heizperiode stattzufinden. In Absprache mit dem Gebäudeeigentümer oder dem Benutzer der Feuerungsanlage kann bei übermässiger oder geringer Verschmutzung von den festgelegten Kontroll- und Reinigungsintervallen abgewichen werden.

Höhere Anforderungen an Kaminfeger

Kaminfeger müssen heute nur noch selten in einen Kamin einsteigen. Ihre Arbeit hat sich stark verändert. Immer häufiger wird die mechanische Reinigung mit Bürsten, Kratzeisen und Rohrwischern durch eine Nass-Reinigung ergänzt oder ersetzt. Denn auch nach einer mechanischen Reinigung weist die Feuerungsanlage noch hartnäckige Verbrennungsrückstände auf.

Abfall hat in der Feuerungsanlage nichts verloren

Die Frauen und Männer in schwarz können bei der Reinigung von allen Feststoff-befeuerten Anlagen aufgrund der Rückstände in der Abgasanlage auch feststellen, ob Hausbesitzer verbotenerweise ihren Hausmüll verbrannt und damit die Umwelt belastet haben - ein Vergehen, das hierzulande leider immer noch oft festzustellen ist. Wer Abfälle verbrennt, muss mit einer Busse rechnen, denn die Kaminfeger rapportieren das Vergehen und leiten es weiter.

«Schwarze Feuerschau»

Doch sie reinigen die Anlage nicht nur, sie kontrollieren im Rahmen der sogenannten «schwarzen Feuerschau» auch, ob sie den aktuellen Brandschutzvorschriften entspricht. Stellt er Mängel fest, werden diese rapportiert und dem Immobilienbesitzer wird eine Frist für deren Behebung. Kommen Sie diesen Auflagen nicht nach, muss der Kaminfeger dies der Brandschutzbehörde melden.

  • Artikel von:
  • hausinfo
  • Bild:
  • istockphoto