Altbauten sanieren und renovieren

Eigenheim: Wie geht energetisch sanieren?

Haben Teile des Wohnhauses ihre Lebensdauer erreicht? Können Baureserven zur Erweiterung genutzt werden? Die Erneuerung einer Liegenschaft kann funktional und energetisch vielfältig kombiniert werden. Welche Optionen und Förderbeiträge dafür zur Auswahl stehen.

 Es gibt viele Möglichkeiten Ihr Eigenheim energetisch zu sanieren
Die Erneuerung einer Liegenschaft kann funktional und energetisch vielfältig kombiniert werden.

(knü) Das Gebäude ist ein Puzzle aus konstruktiven, technischen und architektonischen Elementen, denen jeweils eine unterschiedliche Lebensdauer eigen ist. Die tragende Struktur – aus Beton, Backstein oder Holz – ist am dauerhaftesten und erst nach 50 Jahren auf ihren Zustand zu überprüfen. Dach und Fassade sind der Witterung ausgesetzt. Dennoch sind auch diese Bauteile auf Robustheit ausgelegt; eine Erneuerung fällt nach 30 bis 40 Jahren in Betracht. Kurzlebiger sind hingegen die Innenausbauten und -oberflächen sowie technische Systeme: Die Lebensdauer der meisten gebäudetechnischen Anlagen läuft nach etwa 15 bis 20 Jahren ab. So sind die mechanischen Herzstücke von Lüftungs- und Heizungsanlagen nach Ablauf dieser Zeit häufig auszutauschen.

Wer eine bestehende Immobilie erneuern, umbauen oder erweitern will, soll deshalb die verschiedenen Zyklen in Betracht ziehen. Denn bei geschickter Planung lassen sich zwingende und freiwillige Massnahmen an den unterschiedlichen Bausystemen zu einem ökologischen und ökonomischen Optimum kombinieren.

Was bringt eine energetische Sanierung?

Eine energetische Verbesserung lässt sich erreichen, wenn

  • der Energieverbrauch des Gebäudes gesenkt werden kann, insbesondere durch das Dämmen von Fassade, Dach oder Kellerdecke, ergänzt mit einem Ersatz der Fenster,
  • Heizung und Wassererwärmungssystem nurmehr erneuerbare Energieträger verbrauchen und damit die fossile Versorgung (mit Heizöl oder Erdgas) ersetzt,
  • das Gebäude zur Stromerzeugung auf dem Dach oder an einer Fassade, mithilfe einer Photovoltaikanlage, genutzt wird.

Die Effekte einer energetischen Sanierung verringern die Umweltbelastung, verbessern den Klimaschutz und senken die individuellen Energiekosten. Zudem können mit einer eigenen Stromproduktion bisweilen kleine Zusatzerträge erwirtschaftet werden.

Wie läuft eine energetische Sanierung ab?

Die Faustregel für eine energetische Gebäudesanierung heisst: Im ersten Schritt die Gebäudehülle verbessern und im zweiten das Energiesystem an den geringeren Leistungsbedarf anpassen respektive die bisherige Anlage ersetzen. Eine Etappierung der baulichen und technischen Eingriffe ist möglich, wobei die Sanierungsreihenfolge unverändert bleiben soll. Ein systematischer Weg für die Erneuerung zeigt der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK plus) auf, der jeweils durch unabhängige Fachleute erstellt wird. Noch weitgehender und effektiver sind die Standardoptionen von Minergie zur Gebäudeerneuerung. Bei der Wahl des Vorgehens ist zu beachten: Das Einsparpotenzial, der Investitionsaufwand und der Anspruch auf Förderbeiträge hängen jeweils von der Eingriffstiefe und den einzelnen Erneuerungsmassnahmen ab.

Massnahmen / Empfehlungen nach Sanierungstiefe

Bauteile Kantonale Bauvorschriften als gesetzliches Minimum Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK plus «Das Gebäudeprogramm» Minergie: Standardoption
Gebäudehülle (Wand, Dach, Estrich, Keller) 12 bis 14 cm Wärmedämmung 12 bis 14 cm Wärmedämmung 16 bis 18 cm Wärmedämmung 20 bis 24 cm Wärmedämmung
Fenster Fenster dreifach verglast kant. Bauvorschriften kant. Bauvorschriften Zusatzanforderung
Energieträger (Heizung, Warmwasser) Mindestens 10 % erneuerbare Energien kant. Bauvorschriften kant. Bauvorschriften Erneuerbar
Luftwechsel Fensterlüftung (von Hand) kant. Bauvorschriften kant. Bauvorschriften Lüftung mit WRG
Einsparpotenzial* Ca. 15 kWh/m2 Klasse D: 7 kWh/m2 Klasse B: 17 kWh/m2 Ca. 16 bis 18 kWh/m2 mind. 18 kWh/m2
Förderbeitrag   kant. Förderung kant. Förderung kant. Förderung
*Ausgangswert: EFH, Baujahr 1975, mit Energieverbrauch von 22 kWh/m2, GEAK-Klasse G
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