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Tipps gegen Hitze im Aussenbereich

Die Zahl der Hitzetage nimmt spürbar zu. Und auch die Temperaturen werden weiter steigen. Ein guter Hitzeschutz ist daher nicht nur für Häuser und Wohnungen wichtig, sondern auch für deren Aussenbereich. Mit unseren Tipps können Sie der Hitze im Garten oder auf der Terrasse zwar nicht entfliehen, aber sie erträglicher machen.

Hitze im Aussenbereich
Mit den richtigen Massnahmen zu einer deutlich kühleren Wohnumgebung draussen.

(pgu) An einem Hitzetag steigen die Temperaturen auf 30 Grad und mehr. Solche Tage waren früher im Mittelland eine Seltenheit. So wurden an der Messstation Bern-Zollikofen zwischen 1961 und 1990 im Durchschnitt nur drei Hitzetage pro Jahr registriert. In der Periode 1990-2019 waren es bereits neun und 2022 und 2023 sogar 16. Die Klimaszenarien des Bundes gehen davon aus, dass die Zahl der gesundheitsgefährdenden Hitzetage zwischen 2045 und 2074 auf durchschnittlich 23,8 und zwischen 2070 und 2099 auf 37,6 ansteigen wird.

Sonnenschutz in der Gebäudeplanung

Angesichts solcher Szenarien sind Massnahmen, um sich zuhause gegen die Hitze zu schützen, angezeigt. Dies gilt für den Innenbereich, aber insbesondere auch für den Aussenbereich, denn schliesslich lädt der Sommer zum Aufenthalt im Freien ein. Am einfachsten ist eine entsprechende Planung natürlich vor dem Bau des Eigenheims. Hier stellt sich unter anderem die Frage, in welche Richtung das Gebäude ausgerichtet sein soll. Ist die Terrasse oder der Garten gegen Westen ausgerichtet, gibt es vom Mittag bis Sonnenuntergang Sonne satt. Bei einer Ausrichtung gegen Süden steht die Sonne hingegen tagsüber fast senkrecht über dem Haus. Ebenso lassen sich sämtliche weiteren Massnahmen gegen die Hitze im Aussenbereich, von der Beschattung bis zur Begrünung, in die Bauplanung integrieren.

Weniger Hitze im Aussenbereich

Aber auch bei bestehenden Gebäuden lässt sich der Hitze mit teilweise einfachen Massnahmen begegnen. Am besten orientiert man sich dabei an Regionen, in denen es seit jeher heiss ist. Denn dort haben die Menschen ihre Häuser den klimatischen Bedingungen entsprechend angepasst. Wir kennen zum Beispiel die weiss getünchten Häuser in Griechenland oder Südspanien. Das ist nicht nur ein schönes Fotomotiv, sondern hat einen guten Grund: Helle Fassaden halten die Häuser im Zusammenspiel mit dicken Mauern im Inneren kühl, gleichzeitig reflektieren sie das Sonnenlicht, so dass sich die Hitze weniger staut.  

Darüber hinaus verfügen viele dieser Häuser über Aussenbereiche wie Terrassen, Höfe oder Gärten, die in den heissesten Stunden des Tages Schatten spenden. Vordächer, Aussenjalousien oder Sonnensegel, aber auch Loggien, Pavillons und Pergolen können Alternativen für hiesige Gärten sein. Hier ist die direkte Sonneneinstrahlung am besten abgeschirmt und die natürliche Luftzirkulation sorgt gleichzeitig für einen kühlenden Effekt.

Mit Bäumen, Begrünung und Wasser gegen die Hitze

Ein wahres Wundermittel gegen die Hitze sind Bäume. Das spüren wir spätestens bei einem Spaziergang durch den Wald. Laubbäume im Garten haben den Vorteil, dass sie im Sommer vor Sonneneinstrahlung schützen und die Sonne im Winter dennoch ins Haus scheinen kann. Laubbäume spenden aber nicht nur Schatten, sondern kühlen auch die Umgebung, indem sie Wasser verdunsten und der Luft Wärmeenergie entziehen. Diese «Verdunstungskälte» tritt auch bei Fassadenbegrünungen auf. Durch das dichte Grün von Kletter- und Schlingpflanzen oder rankenden Pflanzen heizen sich die Fassaden zudem weniger auf. Auch Büsche und Sträucher gehören zu einem an das wärmere Klima angepassten Garten. Sie spenden Schatten und in ihrem Windschatten ist die Taubildung höher und der Boden feuchter. 

Das Anlegen eines Teiches im Garten ist zwar aufwändig, hat aber ebenfalls einen kühlenden Effekt. Denn das Wasser auf der Oberfläche verdunstet ständig und kühlt. Wie bei den Blättern wird bei der Verdunstung der Umgebung Wärmeenergie entzogen und die Temperatur in der Nähe des Teiches sinkt.

Entsiegelte Flächen statt Steingärten im Aussenbereich

Keine Kühlung durch Verdunstung kann bei mit Beton, Steinplatten oder Pflastersteinen versiegelten  Flächen und Wegen entstehen. Zudem heizen sich versiegelte Flächen stark auf. Durch Entsiegelung dieser Flächen können die natürlichen Bodenfunktionen wiederhergestellt werden.

Zu diesen versiegelten Flächen zählen auch Steingärten, die in den letzten Jahrzehnten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum immer mehr zugenommen haben - und nun zunehmend in die Kritik geraten. Zum einen bieten sie nur einen begrenzten Lebensraum für Pflanzen und Tiere, zum anderen heizen sich die Steine stark auf, speichern die Wärme und geben sie wieder ab, wenn es eigentlich kühl sein sollte. Verschiedene Gemeinden haben Steingärten mittlerweile verboten und auch ein nationales Verbot für die Anlage von Steingärten wird diskutiert.

Häufige Fragen

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