Kakteen richtig pflegen

Krankheiten und Schädlinge an Kakteen

Das Stachelkleid schützt Kakteen nicht vor Krankheiten und Schädlingen. Für Pilzinfektionen sind sie besonders anfällig. Mit unseren Tipps erkennen Sie einen Befall rechtzeitig und können diesem rasch entgegenwirken.

Neben einem Schädlingsbefall kann eine Pilzinfektion dem Kaktus zudem schwer zu schaffen machen.
Neben einem Schädlingsbefall kann eine Pilzinfektion dem Kaktus schwer zu schaffen machen.

(chu) Kleine saugende Insekten wie Woll- und Schildläuse machen selbst vor den stacheligen Kakteenschönheiten keinen Halt. Sie können sich unter dem dichten Stachelkleid wunderbar verstecken. Spinnmilben überziehen die Pflanze mit einem feinen Gespinst. Die Schädlinge schwächen den Kaktus durch ihre Saugtätigkeit immens. Neben einem Schädlingsbefall kann eine Pilzinfektion dem Kaktus zudem schwer zu schaffen machen. Sie kann bis zu einem Abfaulen der Pflanze führen. Wir stellen Ihnen die häufigsten Krankheiten und Schädlinge an Kakteen vor.

Krankheiten bei Kakteen

Brennfleckenkrankheit

Bei der Brennfleckenkrankheit zeigen sich am Kaktus runde, eingesunkene braune Flecken mit harter, borkiger Struktur. Die Flecken wirken wie verbrannt.

Was tun: Schneiden Sie die Schadstellen heraus und bestäuben Sie die Wunden mit Holzkohlepulver. Behandeln Sie den Kaktus bei einem sehr starken Befall mit einem Fungizid – ebenso die benachbarten Kakteen. Isolieren Sie den befallenen Kaktus.

Epiphyllum Mosaik-Krankheit

Die Epiphyllum Mosaik-Krankheit zählt bei den Kakteen zu der wohl häufigsten Pilzkrankheit. Auf der Pflanze zeigen sich leicht eingesunkene, helle, gelbliche Flecken.

Was tun: Schneiden Sie die Flecken heraus und bestäuben Sie die Wunden mit Holzkohlepulver. Isolieren Sie die Pflanze, damit sich die Pilzkrankheit nicht ausbreiten kann.

Stammfäule

Ein verletzter Kaktus ist anfällig für eine Stammfäule. Die pilzlichen Erreger dringen über das Substrat in die Pflanze ein. Die betroffenen Stellen werden weich und glasig.

Was tun: Bei einem Befall hilft nur der radikale Schnitt über der betroffenen Stelle. Das Kopfstück wird zum Abtrocknen und zur Bewurzelung aufrecht in einen leeren Topf gestellt. Die helle und warme Fensterbank ist der ideale Standort. Nach der erfolgreichen Bewurzelung wird der Kaktus in frische Kakteenerde gesetzt.

Wurzelfäule

Bei der Pilzkrankheit faulen die Wurzeln. Bei einem starken Befall verfault der Stammansatz.

Was tun: Topfen Sie den Kaktus in frische Kakteenerde. Ein radikaler Schnitt oberhalb der befallenen Stelle wird notwendig, wenn der Stammansatz bereits stark beeinträchtigt ist. Die weitere Behandlung ist wie bei der Stammfäule.

Schädlinge an Kakteen

Wolläuse

Die Wolläuse scheiden eine wachsartige Substanz aus, die die Schädlinge als kleine weisse Wattebausche umhüllt. Sie können ein bis zwölf Millimeter gross werden. Die Schädlinge schwächen durch ihre Saugtätigkeit den Kaktus. Wolläuse sind auch als Schmier- und Wurzellaus bekannt.

Was tun: In einem frühen Stadium betupft man die Wollläuse mit Spiritus. Der Alkohol löst die Wachsschicht auf und tötet die Schädlinge. Bei einem starken Befall kommt ein Insektizid zum Einsatz.

Schildläuse

Die Schildläuse bemerkt man meist an den zuckerigen und klebrigen Ausscheidungen an und unter der Pflanze. Der linsenförmige Schädling ist weissgelb bis hellbraun und werden ein bis sechs Millimeter gross. Die Saugtätigkeit des Schädlings schwächt den Kaktus.

Was tun: Betupfen Sie die Schildläuse mit Spiritus. Der Alkohol löst die Chitinschicht der Tiere auf und tötet sie. Eine Behandlung mit einem Insektizid sollte mit einer Ölemulsion kombiniert werden, da das Insektizid sonst einfach am Chitinpanzer abperlt.

Spinnmilben

Die Spinnmilben sind je nach Art und Jahreszeit blassgrün, gelblich, orange oder rotbraun. Sie sind gerade einmal 0.25 bis 0.8 Millimeter gross. Die achtbeinigen Schädlinge haben ein stechend-saugendes Mundwerkzeug. An den Triebspitzen finden sich helle bis braune Stellen. Der Kaktus ist mit einem feinen Gespinst überzogen.

Was tun: Isolieren Sie den Kaktus, um eine Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern. Mit einem Insektizid bekämpfen Sie den Schädling.

Trauermücken

Die Trauermücken sind kleine zwei bis vier Millimeter grosse, schwarze Fliegen. Die weissen Larven der Trauermücken finden sich im feuchten Substrat und fressen dort an den Wurzeln der Kakteen.

Was tun: Lassen Sie die Erde gut abtrocknen. Mit Gelbtafeln, Nematoden, Raubmilben und Neem-Produkten wirken Sie einem Befall von Trauermücken erfolgreich entgegen.

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