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Alte Möbel mit neuen kombinieren: So klappt's

Möchten Sie eine Einrichtung mit Persönlichkeit und Stil? Lesen Sie jetzt, wie Sie alte Möbel von der Familie oder dem Brockenhaus mit Stücken aus der Gegenwart geschickt zu einem gelungenen Ganzen formen.

Kombination von alten und neuen Möbeln
Alte Möbel mit neuen kombinieren, ist das Natürlichste der Welt.

(mei) Sie leben mit Möbeln, die Geschichten erzählen? Einer Kommode, in der Ihr Urgrossvater seine Wäsche aufbewahrt hat? Tafelgeschirr von der Grossmutter, das sie zu Familienfesten hervorgeholt hat? Einem alten Holztisch, der mit Ihnen durchs Leben geht? Oder ganz einfach Stücken, in die sie sich irgendwann einmal verliebt haben und die Sie an schöne Zeiten erinnern? Dann haben Sie ein Zuhause mit unverwechselbarem Charakter – vorausgesetzt, Sie stellen die Einrichtung mit Stilgefühl zusammen.

Finden Sie ein verbindendes Element

Alte Möbel mit neuen kombinieren, ist das Natürlichste der Welt. Denn wegen der unterschiedlichen Lebensdauer von Möbeln kommt es fast automatisch zu einer Mischung aus älteren und neueren Exemplaren. Dabei stilvoll zu wohnen, ist nicht immer ganz einfach. Wer etwa alte Möbel planlos mit neuen ergänzt, erhält schnell einen beliebigen Mix. Das Auge findet keine rote Linie und wandert so ziellos umher, wie sich die Einrichtung angesammelt hat. Doch keine Bange: Ein einfacher Trick reicht, damit aus der Vielzahl von Gegenständen ein grosses Ganzes wird. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein verbindendes Element im Raum. Dies kann zum Beispiel sein:

  • Ein Motiv, das sich durchzieht. Erlaubt ist, was gefällt: Die einen mögen Rehe, die anderen Elefanten, wieder andere stehen auf Rosen oder mögen es fernöstlich mit Buddhas oder Bambus.
  • Eine Farbe oder Farbfamilie, die Sie mehrfach aufnehmen – als Wandfarbe, bei den Accessoires wie Kissen, bei den Vorhängen bzw. Rollos oder bei den Polsterbezügen.
  • Ein Material, das die Runde macht. Haben Sie zum Beispiel einen alten Polstersessel und ein neues Sofa, so verwenden Sie den Bezug des Polstersessels für die Kissen auf dem Sofa. Bei einem Antikmöbel aus Holz wiederum können Sie das Element Holz als Schneidebrett, als Schale oder als Naturdeko aus dem Wald weiterführen.

Alte Möbel aufpeppen

Alt ja, völlig abgewetzt oder zerschlissen nein: Halten Sie Ihre alten Stücke in Schuss und reparieren bzw. restaurieren Sie sie, falls nötig. Denn schliesslich nehmen Sie sie auf Ihre Lebensreise mit, weil Sie sie lieben. Der ideale Zeitpunkt für ein Makeover ist ein Umzug, aber Sie können Ihre alten Einrichtungsgegenstände natürlich jederzeit zum Antikschreiner oder zum Teppichhändler bringen. So erhält Holz einen frischen Look, Beschläge können ersetzt, Teppiche gereinigt werden, und Sitzmöbel machen dank neuen textilen Bezügen einen Sprung in die Gegenwart.

Ausgewählte Möbelstücke in Szene setzen

Geben Sie Ihren alten, charaktervollen Möbeln die Aufmerksamkeit, die Sie verdienen. Egal, ob es sich um einen Bauernschrank, eine Kommode, Geschirr, einen Kronleuchter oder vergoldete Bilderrahmen handelt: Platzieren Sie sie so, dass alle Blick auf sie sie fallen. Dies klappt dann am besten, wenn sich die Umgebung zurücknimmt. Verzichten Sie deshalb auf zu viel Krimskrams, zu viele Farben, vor allem jedoch auf zu viele Gegenstände.

  • Nennen Sie einen alten Kronleuchter Ihr eigen, so wählen Sie dafür einen eher schlichten Esstisch und ebensolche Stühle. Inspiration dafür finden Sie zum Beispiel bei den Schweizer Möbelproduzenten Röthlisberger Kollektion und horgenglarus . Vermeiden Sie es, den Esstisch als Ablagefläche zu missbrauchen – der Kronleuchter wirkt nur dann, wenn er nicht über Ihrem Alltagschaos schwebt.
  • Ist Ihr Esstisch ein Einzelstück aus prächtigem Holz, so kombinieren Sie ihn mit modernen Stühlen.
  • Besitzen Sie Vintage-Stühle, passt dazu ein Esstisch, der sich optisch im Hintergrund hält.

5 Tipps zum Schluss

  1. Ausgewogene Proportionen: Alte Möbel wurden in einer Zeit geschaffen, in der Geschmack und Platzverhältnisse ganz anders waren als heute. Falls Sie einen ausladenden Bauernschrank erben, dann stellen Sie ihn nicht in ein Zimmer mit 13 Quadratmetern. Falls Sie kein grosses Wohnzimmer mit hoher Decke oder gar einer Galerie haben, in denen der Schrank zur Geltung kommen kann, so überlegen Sie sich, ob Sie der richtige Adressat für ihn sind.
  2. Licht: Nebst Platz benötigen alte Möbel Licht. Denn in einem lichtdurchfluteten Raum wirken alte Möbel viel moderner als in einem fast schon schummrigen Ambiente. Platzieren Sie sie deshalb in einem hellen Raum und sorgen Sie für eine gute Beleuchtung.
  3. Starke Kontraste: Erzeugen Sie Spannung, indem Sie alte Möbel mit neuen kombinieren, nicht mit anderen alten Stücken. Setzen Sie auch bei den Materialien auf Kontraste: Eine antike Kommode auf Parkett neben einem Esstisch aus Holz und einem alten Bauernschrank ist viel zu viel des Guten. Selbst bezüglich Farbe sind Gegensätze besser als «Ton in Ton».
  4. Gruppen: Wenn es sich bei Ihren alten Stücken um Accessoires wie Vasen, Briefbeschwerer oder Skulpturen handelt, dann arrangieren Sie sie in Gruppen. So wird aus einem möglichen Stilbruch ganz schnell ein selbstbewusstes Statement.
  5. Keine Berührungsangst: Auch wenn Ihre alten Möbeln schon fast musealen Charakter aufweisen sollten, so leben Sie dennoch nicht in einem Ausstellungsort. Machen Sie deshalb keinen Eiertanz um die alten Einrichtungsgegenstände, sondern integrieren Sie sie in Ihr Leben. Stellen Sie den Laptop auf den Sekretär, tischen Sie das Sonntagsgeschirr Ihrer Vorfahren auch zu Spaghetti mit Tomatensauce auf, laden Sie zur Happy Hour auf Ihren alten Polstermöbeln ein und stellen Sie die antike Kommode ins Kinderzimmer. Wenn Sie sich vor jedem Kratzer und Flecken fürchten, bleibt das Leben auf der Strecke.

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