E-Mobilität

E-Mobilität: Gibt es genügend öffentliche Ladestationen?

Wer sich für ein Elektroauto interessiert, macht den Kaufentscheid naheliegenderweise von der Verfügbarkeit von Ladestationen abhängig. Wie steht es um die Zahl öffentlicher Stromtankstellen in der in der Schweiz und im Ausland?

Blaue Signalschilder zeigen öffentliche Ladestationen an
Die Schweiz verfügt über ein dichtes Netz an Ladestationen.

(stö) Das Unwort für zögerliche Käuferinnen und Käufer von E-Fahrzeugen lautet «Reichweitenangst». Daher die gute Nachricht vorweg: Die Schweiz verfügt bereits jetzt europaweit über eines der dichtesten Netze an öffentlichen Ladestationen. Hinzu kommt, dass gemäss Experten künftig 90% sämtlicher Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden werden. Den öffentlichen Ladestationen kommt somit in Zukunft vermehrt lediglich noch die Rolle von «Autobahntankstellen» zur Überbrückung von weiten Strecken zu.

6000 öffentliche Ladeanschlüsse

Die Schweiz verfügt aktuell (Stand März 2020) über mehr als 6000 öffentliche Ladeanschlüsse, die sich auf rund 2500 Ladestationen verteilen. Gemessen an der gesamten Anzahl der Elektrofahrzeuge im Land (rund 50'000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge) ergibt sich etwa ein Ladepunkt (= Anschluss) für acht Elektroautos.

Zum Vergleich: Norwegen, das Land mit der höchsten Dichte an elektrisch betriebenen Autos (2018: rund ein Drittel aller Neuzulassungen) verfügt aktuell lediglich einen öffentlichen Ladepunkt pro 23 Elektrofahrzeuge (2019).

Die Empfehlung der EU lautet auf mindestens einen Ladepunkt pro zehn Stromer-Fahrzeuge. Tatsächlich müssen sich im gesamten EU-Raum im Schnitt aber nur sieben E-Fahrzeuge einen Ladepunkt teilen. Fazit: Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn schlägt sich die Schweiz also wacker.

Schnellladestationen im Vormarsch

Dem Elektrofahrzeug-Pionier Tesla sei es gedankt: Die Zahl der Schnellladestationen breitet sich auch hierzulande rasant aus. Aktuell verfügt die Schweiz über mehr als 600 Anschlüsse, an denen mehr als 22 Kilowatt Ladestrom «gezogen» werden kann. Knapp die Hälfte der rund 60 Autobahnraststätten bieten unterdessen Schnellladestationen an – Tendenz rapide steigend. Auf Autobahnkilometer umgerechnet verfügt die Schweiz entlang von 100 km Autobahn rund 60 Schnelllade-Anschlüsse, während es im EU-Raum erst 26 sind. Hier schwingt aber Norwegen mit satten 655 Ladepunkten pro 100 km Autobahn weit obenaus.

Ladestationen finden

Die meisten öffentlichen Ladestationen befinden sich in der Schweiz bei Einkaufszentren, öffentlichen Parkplätzen, Tankstellen, kommunalen Einrichtungen (z.B. Elektrizitätswerke) oder auch Hotels (sofern öffentlich zugänglich). Auf dem Internet finden sich zahlreiche Seiten, auf denen Örtlichkeiten mit Ladestationen abgefragt werden können. Die meisten verfügen nebst Angaben der Steckertypen und dem Vorhandensein von Schnellladern – im Tesla-Jargon auch Super-Charger genannt – auch über Echtzeitangaben zur Belegung, also ob die Ladestation in unmittelbarer Nähe von Ihnen besetzt oder frei ist. Ähnliche Angebote finden sich selbstverständlich auch im Ausland.

Strom tanken kostet

Am günstigsten ist Strom tanken oftmals in Parkhäusern oder auf Kundenparkplätzen von Einkaufszentren, da der Bezug der Elektrizität im Preis für das Parkticket inbegriffen ist. Auf öffentlichen Plätzen kostet das Aufladen etwa 25 bis 45 Rappen pro Kilowattstunde Strom. Wie beim Benzin tanken ist auch der Strombezug entlang der Autobahnen am teuersten – hier müssen Sie mit 30 Rappen bis einen Franken pro kWh rechnen. Abgerechnet wird per RFID (kontaktlose Karten oder Badges), Apps oder mittels Kreditkarten.

Mitglied von Ladenetzen werden

Vor allem wenn Sie zuhause oder am Arbeitsplatz über keine Lademöglichkeit verfügen, lohnt sich die Mitgliedschaft bei einem Ladenetz. Dieses gewährt Ihnen Vorzugskonditionen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das Netz Ihre gewünschte Region abdeckt, aber auch dass die Nutzung anderer Ladestationen möglich ist (Roaming).

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