E-Mobilität

E-Mobilität: Gibt es genügend öffentliche Ladestationen?

Wer sich für ein Elektroauto interessiert, macht den Kaufentscheid naheliegenderweise von der Verfügbarkeit von Ladestationen abhängig. Wie steht es um die Zahl öffentlicher Stromtankstellen in der in der Schweiz und im Ausland?

Blaue Signalschilder zeigen öffentliche Ladestationen an
Die Schweiz verfügt über ein dichtes Netz an Ladestationen.

(stö) Das Unwort für zögerliche Käuferinnen und Käufer von E-Fahrzeugen lautet «Reichweitenangst». Daher die gute Nachricht vorweg: Die Schweiz verfügt bereits jetzt europaweit über eines der dichtesten Netze an öffentlichen Ladestationen. Und die Zahl der Anbieter ebenso wie die Zahl der Stationen steigt stetig. Hinzu kommt, dass gemäss Experten künftig 90% sämtlicher Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden werden. Den öffentlichen Ladestationen kommt somit in Zukunft vermehrt lediglich noch die Rolle von «Autobahntankstellen» zur Überbrückung von weiten Strecken zu.

9000 öffentliche Ladeanschlüsse

Die Schweiz verfügt aktuell (Stand Juni 2021) über mehr als 9000 öffentliche Ladeanschlüsse, die sich auf rund 5500 Ladestationen verteilen. Die meisten haben eine Leistung zwischen 22 und 42 kW. Gemessen an der gesamten Anzahl der Elektrofahrzeuge im Land (rund 70'000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge per Ende 2020) ergibt sich etwa ein Ladepunkt (= Anschluss) für acht Elektroautos.

Zum Vergleich: Norwegen, das Land mit der höchsten Dichte an elektrisch betriebenen Autos (2020 waren dort erstmals mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Pkw reine E-Autos) verfügt aktuell lediglich einen öffentlichen Ladepunkt pro 23 Elektrofahrzeuge (2021).

Die Empfehlung der EU lautet auf mindestens einen Ladepunkt pro zehn Stromer-Fahrzeuge. Tatsächlich müssen sich im gesamten EU-Raum im Schnitt aber nur sieben E-Fahrzeuge einen Ladepunkt teilen. Fazit: Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn schlägt sich die Schweiz also wacker.

Schnellladestationen im Vormarsch

Dem Elektrofahrzeug-Pionier Tesla sei es gedankt: Die Zahl der Schnellladestationen breitet sich auch hierzulande rasant aus. Aktuell verfügt die Schweiz über rund 600 Anschlüsse, an denen ein herkömmliches E-Auto mit einem 50 kWh-Akku in einer Stunde oder weniger um 80% geladen werden kann. Über die Hälfte der rund 60 Autobahnraststätten bieten unterdessen Schnellladestationen an – Tendenz rapide steigend. 

Ladestationen finden

Die meisten öffentlichen Ladestationen befinden sich in der Schweiz bei Einkaufszentren, öffentlichen Parkplätzen, Tankstellen, kommunalen Einrichtungen (z.B. Elektrizitätswerke) oder auch Hotels (sofern öffentlich zugänglich). Online oder über Apps finden sich zahlreiche Anbieter- und Betreiber-Seiten, wo Örtlichkeiten mit Ladestationen abgefragt werden können.  Die meisten verfügen nebst Angaben der Steckertypen und dem Vorhandensein von Schnellladern – im Tesla-Jargon auch Super-Charger genannt – auch über Echtzeitangaben zur Belegung, also ob die Ladestation in unmittelbarer Nähe von Ihnen besetzt oder frei ist. Ähnliche Angebote finden sich selbstverständlich auch im Ausland.

Strom tanken kostet

Am günstigsten ist Strom tanken oftmals in Parkhäusern oder auf Kundenparkplätzen von Einkaufszentren, da der Bezug der Elektrizität im Preis für das Parkticket inbegriffen ist. Auf öffentlichen Plätzen kostet das Aufladen etwa 25 bis 45 Rappen pro Kilowattstunde Strom. Wie beim Benzin tanken ist auch der Strombezug entlang der Autobahnen am teuersten – hier müssen Sie mit 30 Rappen bis einen Franken pro kWh rechnen. Abgerechnet wird per RFID (kontaktlose Karten oder Badges), Apps oder mittels Kreditkarten.

Mitglied von Ladenetzen werden

Vor allem wenn Sie zuhause oder am Arbeitsplatz über keine Lademöglichkeit verfügen, lohnt sich die Mitgliedschaft bei einem Ladenetz. Dieses gewährt Ihnen Vorzugskonditionen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das Netz Ihre gewünschte Region abdeckt, aber auch dass die Nutzung anderer Ladestationen möglich ist (Roaming).

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