Einrichtungstipps

Die 7 wichtigsten Wohntrends für 2022

Pandemie und Klimawandel verändern unser Wohnen. Ersteres hat das Hoffice vorangetrieben, wie die Kombination aus Zuhause bzw. Home und Office auf Neudeutsch heisst, und lässt uns nach Oasen des Rückzugs in den eigenen vier Wänden suchen.

Ein Küchentisch ist Arbeitsfläche fürs Gemüserüsten, Matheaufgaben und Projektplanung in einem.
Ein Küchentisch ist Arbeitsfläche fürs Gemüserüsten, Matheaufgaben und Projektplanung in einem.

1. Möbel mit variablem Verwendungszweck

(mei) Der Schrecken, als wir im Lockdown unser Daheim in eine Festung gegen das Coronavirus, zur Homeschooling-Plattform und zum Arbeitsort umrüsten mussten, steckt uns bei der Einrichtungsplanung noch immer in den Knochen. Denn da haben wir so richtig gemerkt, wie wichtig Möbel sind, die sich flexibel an unsere Bedürfnisse anpassen. Dieser Trend setzt sich 2022 fort. Ein Sideboard soll heute auch als Sekretär genutzt werden können, ein Sofa bietet sich als Denkort oder Bett an, und ein Küchentisch ist Arbeitsfläche fürs Gemüserüsten, Matheaufgaben und Projektplanung in einem. Diese vielfältige Einsetzbarkeit wird immer mehr zum Muss. «Das Hoffice ist heute mehr als ein Laptop auf dem Sofa – es geht zunehmend um Flexibilität, Modularität und darum, wie man mit dieser neuen Ebene des Work-Life-Blendings (…) umgeht.» Dies schreibt die Wohnexpertin und Autorin Oona Horx-Strathern in der Ausgabe 2022 des «Home Reports» des deutschen Zukunftsinstituts. 

Trendfarbe 2022: «Very Peri»
Trendfarbe 2022: Very Peri

2. Trendfarbe 2022: Very Peri

«Very Peri»: So lautet die diesjährige Farbe des Jahres des Pantone Color Institutes. Auserkoren wurde ein kühles Blauviolett. Die neue Trendfarbe ist zumindest indirekt der Pandemie geschuldet: «Pantone 17-3938 Very Peri ist ein Symbol für den globalen Zeitgeist des Augenblicks und den Wandel, den wir durchmachen. Unser physisches und digitales Leben ist auf neue Weise verschmolzen. Digitales Design hilft uns, die Grenzen der Realität zu erweitern und öffnet die Tür zu einer dynamischen virtuellen Welt, in der wir neue Farbmöglichkeiten erkunden und kreieren können», schreibt das Pantone Color Institute auf seiner Website. Die Möbelhersteller dürften auch dieses Jahr die neue Trendfarbe aufgreifen und Design anbieten, das auch Blauviolett ist. 

Wohntrends 2022: Lokale Möbel
Die lokale Produktion von Möbeln mit Materialien aus der näheren Umgebung ist ein Zukunftstrend.

3. Nachhaltige Möbel aus lokaler Produktion

Wöchentliche Lieferungen von Gemüsekörben eines lokalen Biobauern und Einkaufen auf dem Markt sind für viele schon längst gang und gäbe. Danach erfasste der Trend die Mode, zumal die Billigproduktionsorte in Asien wegen ihrer Arbeitsbedingungen in Verruf gerieten. Bei Möbeln wurde hingegen lange nicht so genau hingeschaut. Mit Verzögerung finde jedoch auch hier ein Umdenken statt, so Oona Horx-Strathern. Mehr noch: Die lokale Produktion von Möbeln mit Materialien aus der näheren Umgebung sei ein eigentlicher Zukunftstrend. Oona Horx-Strathern hat dafür den Begriff «FurNEARture» ins Leben gerufen. Dies ist eine Wortkombination aus Furniture (Möbel) und near (nahe). 

Wohntrends 2022: Pflanzenbasierte Materialien
Korb aus Seegras

4. Einrichtung mit pflanzenbasierten Materialien

Die vegane Bewegung hat auch die Einrichtungswelt erreicht. Tüftler und Designerinnen entwerfen zum Beispiel veganes Leder. Zum Zuge kommen Pflanzen, denen man dies nicht unbedingt zutrauen würde: Dies sind etwa Ananas und Äpfel, Kaktus und Kork, aber auch Kombucha und das Wurzelgeflecht von Pilzen. Überdies wird Wolle in manchen Produkten durch Pflanzenfasern ersetzt. Sie kommen von Hanf und Papier, aber auch so exotischen Pflanzen wie Seegras und Wasserhyazinthe. Die Verwendung pflanzenbasierter Materialien gilt als tier- und im Falle von Leder auch als umweltfreundlich. Ihr Nachteil liegt in den vielen Flugmeilen, die sie teilweise bedingt. 

Wohntrends 2022: Glas
Für Vasen, Teelichthalter und andere Wohnaccessoires ist Glas ohnehin beliebt.

5. Glas in der Einrichtung feiert ein Comeback

In privaten Wohnräumen feiert Glas ein eigentliches Comeback. Für Vasen, Teelichthalter und andere Wohnaccessoires ist das Material ohnehin beliebt, und zwar sowohl in transparenter Ausführung wie auch in farbigen Varianten und in solchen mit Rauchglas. Beliebt sind weiter Leuchten und Beistelltische aus Glas. Daneben kommt Glas in Vitrinen, Tischen, Sideboards und TV-Möbeln zum Einsatz. Selbst Skulpturen aus Glas halten Einzug. Dazu passt, dass sich Spiegel zunehmender Nachfrage erfreuen – wie Glas bringen sie Licht in einen Raum. 

Wohntrends 2022: Yogamatte
Mehr Achtsamkeit bedeutet auch bequeme Sitzgelegenheiten zum Meditieren, Platz für eine Yogamatte und Raumteiler für mehr Privatsphäre.

6. Möbel für mehr Achtsamkeit

Die Pandemie hat uns das Bedürfnis nach mehr Mindfulness, mehr Achtsamkeit mit auf den Weg gegeben. So ist das Zuhause nicht nur zum Hoffice geworden, sondern auch zur Kraftquelle und zum Ort unserer Regeneration. Davon betroffen ist einerseits die Conscious Kitchen, wie die neue Wertschätzung für die Küche genannt wird. Mehr Achtsamkeit bedeutet aber auch bequeme Sitzgelegenheiten zum Meditieren, Platz für eine Yogamatte, Akustikpaneele für angenehmere Klangverhältnisse und Raumteiler für mehr Privatsphäre. Auch die gute alte Leseecke mit einem bequemen Sessel und einer guten Beleuchtung fällt darunter. Denn wer zuhause Privatleben, Berufsleben sowie physische und psychische Gesundheit miteinander vereinen will, braucht Nischen, die einem ganz allein gehören und sich rundum gut anfühlen. 

Wohntrends 2022: Upcycling von Möbeln
Die Nachhaltigkeit beim Wohnen erreicht endlich ein neues Level.

7. Ein neues Level von Nachhaltigkeit

Werden die Einrichtungsgegenstände nicht nur lokal, sondern auch aus natürlichen Materialien wie Holz oder aus recycelten Stoffen und möglichst klimaneutral gefertigt, erreicht die Nachhaltigkeit beim Wohnen endlich ein neues Level. Bessere Möglichkeiten, defekte Teile reparieren oder zumindest ersetzen zu können, ergänzen diese Entwicklung. Auch das Einkaufen in Brockenstuben und Second-Hand-Shops, das Upcycling von Möbeln und Wohnaccessoires und ein gewisser Minimalismus gehören zu dieser Bewegung. 

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