Gemüse, Obst und Früchte

Urban Gardening: So gelingt Gemüse- und Obstanbau im Topf

Kräuter, Obst und Gemüse gedeihen im Topf auf Balkon und Terrasse ebenso gut wie im Garten. Vorausgesetzt, man beachtet einige wichtige Grundregeln. Lesen Sie unsere 5 Tipps für erfolgreiches Urban Gardening.

Kräuter, Obst und Gemüse gedeihen im Topf auf Balkon und Terrasse ebenso gut wie im Garten.

(sku) Urban Gardening liegt im Trend und wird mit unserem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und Selbstversorgung immer beliebter. Dabei ist der Anbau von Obst und Gemüse auf Dachgarten, Balkon oder Terrasse keine Hexerei. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Ernte ist eine ausreichende Nährstoffversorgung der Pflanzen. Wer sein Urban Gardening-Projekt starten will, findet im Handel eine grosse Auswahl an Pflanzgefässen und Pflanzen-Züchtungen speziell für die Topfhaltung. Wir sagen Ihnen, worauf es beim Gärtnern auf kleinem Raum ankommt und welche platzsparenden Anbaumöglichkeiten es gibt.

Tipp 1: Möglichst grosse Pflanzgefässe

Das Angebot an Nährstoffen im Topf ist begrenzt. Wählen Sie darum Pflanzgefässe von mindestens 20 cm Durchmesser und 5 bis 7 Litern Fassungsvermögen. Bei Beeren und Obst können die Gefässe noch grösser sein. In sehr grossen Gefässen empfiehlt sich am Topfboden ein Drainage-System mit Kieseln oder Blähton einzufüllen. Stellen Sie die Gefässe auf Untersetzer, um überflüssiges Giesswasser aufzufangen und empfindliche Balkonböden vor Nässe zu schützen. Hochbeete eignen sich für den Gemüseanbau auf Balkon und Terrasse ebenso wie Pflanzsäcke und Kisten.

Beachten Sie auf Balkon und Dachterrasse, dass das Gesamtgewicht der Gefässe für die Traglast nicht zur Gefahr wird.

Tipp 2: Nährstoffreiche Erde

Verwenden Sie am besten gewöhnliche, nährstoffreiche Universalerde. Als Starthilfe für die Pflanzen kann im Frühjahr etwas Komposterde daruntergemischt werden. Spezielle Gemüse- oder Beerenerden sind ebenfalls geeignet, jedoch nicht zwingend. Für einen biologischen Anbau, empfiehlt sich der Einsatz von Bio-Produkten bei Erde, Dünger und Setzlingen.  

Tipp 3: Mini-Züchtungen und Topfsorten

Züchtungserfolge der vergangenen Jahre haben ein attraktives Sortiment an Mini-Sorten für den Balkongarten hervorgebracht. Besonders beliebt sind Balkontomaten, Paprika oder Pfefferschoten, aber auch Gurken oder Auberginen. Beim Kauf von normalen Sorten darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu hoch werden Für den Gemüsegarten auf Balkon und Terrasse eignet sich schnell wachsendes Gemüse wie Salat, Krautstiel, Lattich, Radieschen oder Kohlrabi. Wer der Frostnächte wegen auf Nummer sicher gehen will, pflanzt ab Mai gesunde Jungpflanzen aus.  

Für die Haltung im Topf eignen sich auch Mini- oder Säulenobst, Beerensträucher und Kräuter.

Tipp 4: Sonniger Standort

Balkongemüse, Obst und Kräuter brauchen viel Licht und Wärme. Sie wachsen deshalb am besten an einem sonnigen, regen- und windgeschützten Standort auf dem Balkon. Gut entwickeln sich die Pflanzen auch an einer sonnigen und warmen Hauswand.

Tipp 5: Ausreichend giessen 

Die Pflanzen sollten regelmässig mit Wasser versorgt werden. Gerade im Sommer und bei hohen Temperaturen müssen Topfpflanzen ausgiebig bewässert werden. Am besten wird am frühen Morgen oder späten Abend gegossen. Dauernässe liebt Balkongemüse allerdings nicht. Um Pilzinfektionen zu vermeiden, beim Giessen die Blätter niemals mit Wasser benetzen.

Bei starkwüchsigen und starkzehrenden Sorten wie Tomaten und Gurken kann eine Flüssigdüngung zur Fruchtbildung nötig werden. Von Vorteil ist es zudem, hochwachsende und rankende Pflanzen an Stäben oder Rankhilfen zu befestigen.

Platzsparende Pflanzmöglichkeiten für Balkon und Terrasse

Einfach, clever und platzsparend ist ein Kräuterkarussel. Hierbei werden unterschiedlich grosse Gefässe mit Erde gefüllt, mit einem Drainagerohr ausgestattet und der Grösse nach aufeinandergestapelt. Die bei den einzelnen Töpfen verbleibenden Zwischenräume können nun beliebig mit Kräutern, aber auch mit Gemüsearten wie Fenchel, Randen oder Salat bepflanzt werden. Die Konstruktion eignet sich auch für Erdbeeren. Wichtig ist, dass jene Arten, die bis zur Ausreifung hängend wachsen, einen Platz bekommen, wo sie keiner anderen Sorte vor der Sonne stehen. 

Das Kräuterkarussell wird so aufgebaut, dass zuerst ein grosser Unterteller mit Kieselsteinen oder Splitt gefüllt wird. Darauf wird ein Topf gestellt, und in dessen Mitte ein Stützrohr, das wiederum mit Splitt gefüllt wird. Dann kommt Erde bis an den oberen Rand in den Topf. Diese Vorgehensweise setzt man mit immer kleineren Töpfen fort. Erst wenn das Karussell fertig ist, wird es bepflanzt. Die Steine bilden eine schwere, ebene Unterlage und dienen als Wasserreservoir, ohne Staunässe zu verursachen. Der Unterteller kann auf einen Untersatz auf Rädern gestellt werden, damit man das bepflanzte Karussell vom Schatten in die Sonne und wieder zurückrollen kann.

Etagengarten für Gemüse

Eine weitere Möglichkeit, den bestehenden Platz optimal zu nutzen, ist eine Kulturtreppe. Auf einen solchen Etagenbau aus Holz passen zahlreiche Einzeltöpfe oder Balkonkistchen, die nun ebenfalls mit Kräutern oder Gemüsemischungen wie Radieschen, Salat, Rucola, Kohlrabi, Buschbohnen, Karotten, Spinat oder Hängetomaten bepflanzt werden können. Auch bei diesem System werden die Gefässe auf Untertellern platziert, die randvoll mit Splitt gefüllt sind. Die Kistchen werden gegossen, bis das Wasser die Steine bedeckt. Dadurch stehen die Pflanzen nie zu nass, können jedoch mit ihren Wurzeln auf die Wasserreserve zurückgreifen.

Faltbares Gewächshaus

Wer nur einen Balkon oder eine kleine Terrasse als Gartenraum besitzt, braucht deswegen nicht auf ein Gewächshaus zu verzichten. Ein faltbares Terrassengewächshaus kann zur Anzucht von Gemüsesetzlingen und zur Hauptkultur von Tomaten, Salat, Peperoni oder Gurken genutzt werden.

  • Artikel von:
  • hausinfo, Schweizer Garten
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