Heizung, Lüftung und Klima

Ölheizung: Das Auslaufmodell

Weniger als 10 Prozent der Neubauten werden mit Öl beheizt. Beim Heizungsersatz bleiben Hauseigentümer dem fossilen Brennstoff jedoch treu.

 Ölheizung: Der fossile Brennstoff macht sie zum Auslaufmodell
Weniger als 10 Prozent der Neubauten werden mit Öl beheizt.

(knü) Weit mehr als die Hälfte des inländischen Gebäudeparks werden mit Öl beheizt. Bedingt durch die Erdölkrisen in den 1970er-Jahren und angetrieben vom Klimaschutz nimmt der fossile Anteil an der Energieversorgung stetig ab. Auf dem Heizungsmarkt haben erneuerbare Energieträger die fossilen Varianten Öl und Gas vor über zehn Jahren überholt. Bei neu erstellten Wohnhäusern ist die Ölheizung wenig gefragt. Bei erneuerten Ein- und Mehrfamilienhäusern ist das fossile Heizsystem immer noch stärker nachgefragt.

Effiziente Brenntechnik

Der Wirkungsgrad eines Ölbrennwertkessels erreicht 99 Prozent. Zusätzlich verbessert eine in der Regel integrierte Kondensationstechnik den Wirkungsgrad auf über 100 Prozent. Weil damit hohe Temperaturen auf effiziente Art und Weise erreicht werden, passt ein gezielter Einsatz des fossilen Energieträgers in (eventuell geschützte) Altbauten. Ölheizungen liefern Vorlauftemperaturen von über 50 °C, was für unterdurchschnittlich gedämmte Gebäude meistens unabdingbar ist. 

Mit erneuerbarer Energie ergänzen

Heizen mit Öl ist bequem in der Handhabung, aber belastet die Umwelt und Klima deutlich stärker als andere, fossile und erneuerbare Energieträger wie Erdgas, die Umgebungswärme oder die Sonne. Allerdings lässt sich eine Ölheizung mit erneuerbarer Energie kombinieren, zum Beispiel mit einer thermischen Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung. Einige Kantone haben ihre Bau- und Energievorschriften vor kurzem verschärft, so dass eine Mindestquote für die erneuerbare Energieversorgung zwingend einzuhalten ist.

Energiekosten: unberechenbare Entwicklung

Die Kosten für Heizöl sind den Regeln des Weltmarkts ausgesetzt. In den letzten Jahren zeigte sich dieser unberechenbar: Bezahlte man in den letzten 10 Jahren durchschnittlich zwischen 70 und gut 100 Franken pro 100 Liter Heizöl, werden aktuell für dieselbe Menge knapp 70 Franken verlangt (Frühjahr 2020). Die Richtpreise sind jeweils abhängig von der Jahreszeit und den Bezugsmengen. Sich beim Branchenverband oder bei Heizölanbietern über die Preisentwicklung zu informieren, lohnt sich. Allerdings wird auf Heizöl eine staatliche CO2-Abgabe erhoben. Fachleute prognostizieren deshalb eine mittelfristige Zunahme der Energie- und Betriebskosten bei fossilen Heizungsanlagen.

Beim Gesamtkostenvergleich unterschiedlicher Heizsysteme zeigt sich: Die Ölheizung ist bei Anschaffung und Betrieb fast ebenso günstig wie eine Luftwärmepumpe oder eine Gasheizung. Sie schneidet jedoch besser ab als eine Holzheizung oder eine Erdwärmepumpe.

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