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Heizungssysteme im Vergleich: Leistung und Kosten

Nur wenige Häuser kommen ohne Heizsystem aus. Beim Vergleich der verschiedenen Systeme und Energieträger müssen diverse Kosten und Eigenschaften berücksichtigt werden. Dies betrifft nicht nur die Systeme selbst sondern auch das zu beheizende Bauwerk und seinen Standort.

Ölheizung ersetzen: Heizungssysteme im Vergleich
Die verschiedenen Heizsysteme unterscheiden sich bei der Energieeffizienz und bei den Kosten.

(MP) Einst gab es bloss Feuerstellen und Zimmeröfen, welche in der kalten Jahreszeit Innenräume erwärmten. Heute besteht eine grosse Auswahl zwischen verschiedenen Systemen, die eine effiziente Nutzung der erzeugten Wärmeenergie aus verschiedenen Energieträgern oder Brennstoffen garantieren. Nie darf man allerdings diese Systeme isoliert betrachten; immer muss man sie ins Verhältnis zu anderen baulichen und technischen Massnahmen am Gebäude setzen, insbesondere zur Dämmung der Gebäudehülle und zur Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Diese Umsicht ist wichtig für die Bemessung des Heizwärmebedarfs, die Dimensionierung der Heizung, den Verbrauch an Wärmeenergie und die Höhe der Heizkosten.

Vergleichsbasen für Heizungssysteme

Verschiedentlich ist schon versucht worden, mit einer Gegenüberstellung der verschiedenen Heizmethoden und Heizungssysteme eine Vergleichsbasis zu erstellen. Das ist schwierig, denn der Vergleich muss sich auf relativ sicher messbare Gerätewerte beschränken – das sind primär die Kosten inklusive Installation, generelle Wartung und Betrieb. Generell gilt es, die Investition bei der Anschaffung von den Lebenszykluskosten zu unterscheiden, wobei bei Letzteren auch die Energiepreise mitzuberücksichtigen sind. Ein beliebter System-Vergleichswert ist ausserdem der Wirkungsgrad der Heizung, auch Leistungszahl oder Coefficient of Performance (COP) genannt. Bei Verbrennungswärme oder bei direkter Verwandlung von Strom in Wärme beziffert dieser Kennwert in Prozenten das Verhältnis zwischen der im Brennstoff gespeicherten Energie und der erzeugten Nutzwärme. Bei Wärmepumpen, bei denen zwischen der «Gratis»-Umweltwärme und dem Strombedarf für die Pumpen kein direkter Zusammenhang besteht, repräsentiert der COP das Verhältnis von erzeugter Wärme- bzw. Kälteleistung zur konsumierten elektrischen Energiemenge, ausformuliert mit einer einstelligen Zahl mit einer Kommastelle. In jedem Fall gilt: Je höher die Leistungszahl ist, desto besser und energieeffizienter arbeitet das Heizsystem.

Unterschiede bei der Heizleistung

Gemäss einer Aufstellung, die von energie.ch publiziert wurde, schneiden bei den in Prozenten ermittelten COP der Elektroofen und die Infrarotheizung mit 100 % am besten ab – der elektrische Strom verwandelt sich ohne Verluste in Hitze. Offen bleibt allerdings, mit welchen Energieträgern die elektrische Energie erzeugt worden ist. Am untersten Ende der Wirkungsskala ist das offene Cheminée mit einem COP von 20 bis 50 %. Konventionelle Öl- und Gasheizungen erreichen Werte bis zu 95 %; dank der modulierenden Zusatztechnik (mit Abwärmerückgewinnung) werden Wirkungsgrade von über 100 % erzielt. Holzschnitzel- und Pelletheizungen haben einen COP von maximal 85 %. Bei den Wärmepumpen wird der COP nicht in Prozentpunkten angegeben, sondern als Verhältnis zwischen einer bestimmten erzeugten Wärmemenge und dem dafür konsumierten Strom. Die nach der Energiequelle benannte Grundwasser-Wärmepumpe erreicht mit einer Leistungszahl von maximal 5,5 den besten Wert, gefolgt von der Erdwärmepumpe (4,5) und der Luftwärmepumpe (3,5).

Kostenvergleiche für Heizsysteme

Die neutrale Beratungsplattform energieheld.ch publiziert Kostenvergleiche für diverse Heizsysteme. Vergleichswerte sind in diesem Fall die Kosten pro Kilowattstunde der konsumierten Energieträger oder Brennstoffe, die jährlichen Wartungskosten und der Kaufpreis samt Einbau. Bei den Energiekosten schneidet hier die Pelletheizung mit 0,01 CHF/kWh am besten ab. Am teuersten ist – nach dem schwer zu klassifizierenden Blockheizkraftwerk, das auch noch Strom erzeugt – die Elektroheizung mit 0,18 CHF/kWh. Die höchsten Geräte- und Einbaukosten finden sich bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe (bis zu CHF 65'000), am günstigsten ist die Gasheizung, die gemäss dieser Aufstellung schon für CHF 14'000 zu haben ist. Vergleichsbasis dieser Schätzungen bilden ein kleines bis mittelgrosses Wohnhaus. Direkt umgekehrt ist die Reihenfolge bei der Wartung; hier führen mit CHF 650 jährlich die Gas- und Ölheizungen das Feld an, Bei Luft-Wasser- und Sole-Wasserpumpen ist nur mit CHF 250 pro Jahr zu rechnen. Eine Sonderstellung nimmt auch in diesen Kategorien die Elektroheizung ein, da hier die Wärmeerzeugung individuell pro Raumgerät erfolgt. Vom Einbau einer Elektroheizung ist allerdings abzusehen. Die Kantone fördern den Ersatz und verbieten den Einbau neuer Elektro-Direktheizungen.

Entscheidungsgrundlagen

Es muss betont werden, dass diese Zahlenvergleiche mit Vorsicht zu geniessen sind und sich nur für grobe Schätzungen eignen. Ausserdem fehlt in dieser Aufzählung noch die Kategorie Fernwärme, deren COP sich gemäss der genannten Aufstellung auf bis zu 99 % beläuft. Nicht berücksichtigt ist in den Analysen ausserdem die Lebensdauer der verschiedenen Gerätekomponenten oder die allgemeine Zuverlässigkeit des Heizungssystems, wie auch dessen Versorgung mit Heiz- oder Betriebsenergie. Deshalb lohnt sich eine gründliche Beratung durch eine neutrale Institution, welche das Heizsystem in Einklang mit der Architektur und den Bedingungen am Standort bringt. Impulsberatungen oder Analysen des Gebäudezustands können in gewissen Kantonen kostenfrei bei den kantonalen Energieämtern beantragt werden.

  • Artikel von:
  • hausinfo
  • Bildmaterial:
  • istockphoto