Küche planen

So planen Sie Ihre neue Küche richtig

Beim Kücheneinbau können Schnäppchen teuer werden. Eine klare Bedürfnisabklärung und die Wahl von kompetenten Dienstleistern vermeiden beim Projekt «neue Küche» Ärger.

Eine Projektion oder Zeichnung der geplanten Küche mit freistehender Kochinsel

Die ersten Schritte auf dem Weg zur neuen Küche

  • Fangen Sie früh an: Das Projekt «neue Küche» benötigt Zeit. Rechnet man für die Planungsphase vier, für die Ausführung zwei Monate ein, so dauert es schnell ein halbes Jahr, bis die neue Küche steht.
  • Klären Sie Ihre Bedürfnisse: Notieren Sie Ihre Wünsche und Anforderungen an die neue Küche mit Vor- und Nachteilen. Auf diese Weise setzen Sie sich bewusst mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinander.

Die Planung der neuen Küche

  • Zeichnet man den Küchengrundriss, ist der Geschirrspüler neben dem Kehrichtelement einzuplanen, da dort auch die Sanitäranschlüsse vorhanden sind. In bestehenden Gebäuden sind sanitäre Anpassungen nur beschränkt möglich. Denn das Spülbecken kann in der Regel höchstens um zwei Meter verschoben werden.
  • Anschliessend an das Kehrichtelement folgt ein breiter Unterbau.
  • Danach folgt die Kochstelle – so ergibt sich die Arbeitsfolge «Waschen–Rüsten– Kochen.»
  • Der Kühlschrank ist möglichst zentral zu platzieren, da er nebst der Kochstelle und dem Spülbecken zu den drei meist gebrauchten Elementen gehört.
  • Praktischerweise ist nicht nur der Backofen hoch einzubauen, sondern auch der Geschirrspüler, was einen weiteren Hochschrank bedeutet.

Fazit: Die Planung einer neuen Küche erfordert Kompromisse, denn die optischen, praktischen und finanziellen Aspekte müssen gegeneinander abgewogen werden.

2 Tipps für die Gestaltung der neuen Küche

  1. Es ist nicht immer einfach, den eigenen Stil und Geschmack klar zu erkennen. Informieren Sie sich im Internet, besuchen Sie Küchenausstellungen, fragen Sie Freunde und Bekannte, und lesen Sie Fachzeitschriften. So kommen Sie an gute Beispiele von Farbkombinationen und Anordnungen. Aber Achtung: Lassen Sie sich nicht von durchgestylten Ausstellungsküchen blenden, die vor allem schön, aber nicht praktisch sind.
  2. Wenn Sie nur wenige verschiedene Materialien und Farben einsetzen, kommen die einzelnen Elemente besser zur Geltung und die Küche wirkt ruhiger. Zusätzliches Leben bekommt sie mit Utensilien wie z.B. einer Kaffeemaschine oder einer Früchteschale. Auch Farbe lockert den Raum auf. Dafür braucht es gar nicht so viel Mut: Wenn eine Mauer in der Wunschfarbe gestrichen wird, kann sie später ohne grossen Aufwand wieder umgestaltet werden.

Mögliche Partner für die neue Küche

Spätestens bei der Detailplanung sollte das Bauprojekt einem Fachmann übergeben werden. Dies kann ein Architekt sein, ein Küchen-Planungsbüro oder ein Küchenbauer.

  • Der Küchenbauer plant die Küche mit den Produkten, Materialien, Farben und Elementen, die er zur Verfügung hat. Die Planung von einem Küchenbauer ist meistens kostenlos und unverbindlich. Es ist empfehlenswert, zwei oder drei verschiedene Angebote einzuholen.
  • Ein Küchen-Planungsbüro plant die Küche mit dem Bauherrn und holt erst danach Offerten bei Küchenbauern ein. Das Küchen-Planungsbüro begleitet den Umbau auf Wunsch von A bis Z und gibt eine Preisgarantie als Absicherung gegen Mehrkosten ab.
  • Ein Architekturbüro übernimmt einen Küchenumbau sowie auch zusätzliche Renovationsarbeiten in- und ausserhalb des Hauses. Der Architekt führt die Arbeit auf Wunsch auch als Generalunternehmer durch.

3 Tipps für die Wahl des Küchenpartners

  1. Vertrauen ist eine Vorraussetzung für die Wahl des Küchenpartners. Es wird bereits bei der Beratung aufgebaut, wenn sich der Küchenbauer, das Planungsbüro oder der Architekt Zeit nimmt und auf die Wünsche der Kunden eingeht.
  2. Qualität: Bei den Fronten und Schubladenauszügen kann man die Ausführung der Möbel verschiedener Küchenbauer vergleichen. Die Qualität der Montage ist ebenso hoch zu gewichten, jedoch kann diese nur bei Referenzobjekten erkundigt werden.
  3. Preislich können Küchenbauer nur dann verglichen werden, wenn dieselbe Ausführung der Front und Abdeckung offeriert wurde und die Innenausstattung wie Ecklösung, Anzahl Schubladen und die Modelle der Apparate übereinstimmen. Vergleichen sollte man nur den Nettopreis und nicht die Rabatte, die gewährt werden. Arbeitet man mit einem Küchen-Beratungsbüro oder Architekten zusammen, bringen diese die Offerten auf einen Nenner und machen sie vergleichbar. Wird man bereits bei der Erstberatung zur Unterschrift gedrängt, allenfalls mit Rabatten gelockt, ist Vorsicht angesagt.

Der Buchtipp zum Schluss

Damit die Sanitärapparate-Auswahl kein Buch mit sieben Siegeln bleibt, hat der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband suissetec 2019 ein 260-seitiges Handbuch herausgegeben. Das Apparatehandbuch richtet sich an Planer/Architekten, Generalunternehmer, Sanitärfachleute und Händler sowie an Bauherren und Endkunden. 

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  • Artikel von:
  • HEV: Mike Haas, Prima Cucina GmbH, hausinfo
  • Bild:
  • istockphoto