Monatliche Gartenarbeiten

Gartenarbeiten im Juni

Wir geben Ihnen Monat für Monat die aktuellsten Informationen für Ihren Gemüsegarten, Obst- und Ziergarten und Balkon.

Jauche selber machen
Jauche selber machen

Gemüsegarten

Natürlicher Pflanzenschutz

Eine Jauche aus Acker-Schachtelhalm, Beinwell und Brennnesseln ist eine effektive Pflanzenstärkung. Und so geht’s: Eine PET-Flasche mit je 1⁄3 klein geschnittenen Blättern (frisch oder getrocknet) füllen. 1 EL Urgesteinsmehl oder Kalk – je nach pH-Wert des Bodens – dazugeben. Mit Regenwasser und evtl. zusätzlich mit 1 dl Effektiven Mikroorganismen (EM) auffüllen. Flasche gut verschliessen und im Freien an die Sonne legen. Täglich leicht schütteln und den Überdruck ablassen. Wer EM dazugegeben hat, bewegt die Flasche nur vorsichtig hin und her. Je nach Wetter ist die Jauche nach 2 bis 4 Wochen fertig. Danach in eine neue PET-Flasche absieben.

  • Zur Pflanzenstärkung: Alle 10 Tage von der Mischung 1 : 10 verdünnt auf die Blätter spritzen.
  • Zur Düngung: Alle 2 Wochen 1 bis 2 dl Jauche 1 : 10 verdünnt rund um die Pflanze ausbringen.

Pflanzen mit kräftigender Wirkung

  • Brennnessel (Urtica) enthält Stickstoff, Eisen, Kalium, Kalzium und Kieselsäure. Sie bietet sowohl Pflanzen wie Menschen heilende und stärkende Inhaltsstoffe.
  • Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) ist reich an Kieselsäure, die zellstärkend wirkt. Tipp: Zerkleinerten Acker-Schachtelhalm während 24 Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen, 30 Minuten kochen, dann absieben. Die erkaltete Brühe vorbeugend alle 10 bis 14 Tage bei voller Sonne am Mittag über die Blätter giessen. Schützt vor Sternrusstau an Rosen, Mehltau bei Bohnen und Kürbisgewächsen sowie gegen Krautfäule und zur Zellstärkung von Tomaten und Kartoffeln. Bei ersten Anzeichen von Befall: 1 × täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf die Blätter sprühen.
  • Beinwell (Symphytum officinale) enthält Kalium, Phosphor und Stickstoff. Diese Stoffe fördern die Blühfähigkeit bei Blumen und Obstbäumen. Besonders Gemüse hat einen hohen Kaliumbedarf. Tipp: Aus 500 g Pflanzenmaterial und 5 Liter Wasser eine Jauche ansetzen, 2 bis 4 Wochen ziehen lassen.
  • Kaltauszug gegen Kohlweissling: 2 Handvoll ausgebrochene Seitentriebe und abgeschnittene Blätter von Tomaten zerquetschen und in 2,5 Liter kaltem Regenwasser 3 Stunden ziehen lassen, absieben und zur Flugzeit des Kohlweisslings alle 2 Tage unverdünnt über die Kohlpflanzen giessen. Der Geruch verwirrt die Schmetterlinge des Schädlings.
Birnengitterrost
Birnengitterrost

Obstgarten

Flecken und Pusteln am Birnbaum

Mit seinen orangefarbenen Flecken an der Blattoberseite ist der Birnengitterrost eine der auffälligsten Pilzkrankheiten im Obstgarten. Später erscheinen an der Unterseite noch warzenartige Pusteln. Mit den darin befindlichen Sporen kann der Pilz bis über 500 m überbrücken, um auf dem heimischen Sadebaum (Juniperus sabina) oder dem Chinesischen Wacholder (J. chinensis) zu überwintern. Dort macht er sich durch gallertartige Verdickungen bemerkbar, bevor er im Frühjahr wieder die Birnbäume heimsucht. Doch das Schadpotenzial dieses wanderfreudigen Pilzes entspricht überhaupt nicht seinem auffälligen Erscheinungsbild: Zwar werden die Pflanzen aufgrund der verlorenen Assimilationsflächen geschwächt. Dies führt aber selten so weit, dass man um die Ernte oder gar den Baum als Ganzes bangen müsste. Die Krankheit mit der Chemiekeule zu behandeln, wäre deshalb völlig übertrieben. Meist genügt es, das befallene Laub sorgfältig zu kompostieren. Das Ausschneiden oder gar Entfernen der genannten Wacholder-Arten in der Umgebung kann den Infektionsdruck deutlich verringern.

Rosen
Rosen

Ziergarten

Leser fragen – wir antworten: Triebbohrer bei Rosen

Unsere Rosen wurden dieses Jahr vom Rosentriebbohrer befallen. Die betroffenen Zweige welkten und trockneten ein oder die Knospen knickten ab. Nach einem gründlichen Rückschnitt sieht die Rose wieder gesund aus. Was können wir vorbeugend tun, um einen Befall im nächsten Jahr zu verhindern?

Triebbohrer sind die Larven der Blattwespen. Man unterscheidet zwischen abwärts und aufwärts bohrenden Rosentriebbohrern. Die Eier des abwärts bohrenden Insekts werden einzeln in die Spitzen der jungen Rosentriebe gelegt. Die schlüpfenden Larven bohren sich von oben nach unten in den Trieb. An den Trieben ist meist auch ein Bohrloch zu erkennen, wo die Larven wieder austreten. Die Eier des aufwärts steigenden Triebbohrers hingegen werden in der Blattstielbasis in den Stängel gelegt. Die Larven fressen sich bis zum Mark durch und anschliessend im Stängel nach oben. Es ist richtig, die befallenen Triebe abzuschneiden, denn die ausgewachsenen Larven wandern sonst rasch in den Boden, verpuppen sich dort und infizieren die Rose im folgenden Jahr erneut. Natürliche Feinde sind Schlupfwespen. Diese legen ihre Eier in die Larven des Schädlings ab. Nach etwa 2 Wochen verfärben sich die parasitierten Larven schwarz und aus der abgetöteten Larve schlüpft eine Schlupfwespe. Vorbeugend ab Mitte Mai die Rosen genau beobachten und angebohrte Triebe sofort entfernen. Das Schnittmaterial nicht kompostieren, sondern im Hausmüll entsorgen. Sie können die Rosen auch vorbeugend mit Pflanzenjauche wie etwa Schachtelhalmextrakt (www.biogarten.ch) schützen, diese stärken die Zellwände der Pflanzen und verbessern die Robustheit vor Schaderregern.

Clematis
Clematis

Balkon

Verblühte Clematis schneiden

Die grosse Familie der Waldreben (Clematis) beherbergt zahlreiche prachtvolle Hybriden, die zum Teil zu einer zweiten Blüte im Jahr fähig sind. Einige Sorten präsentieren ihren ersten Flor im Frühling. Damit die Waldrebe im Spätsommer ihre Schönheit ein weiteres Mal entfaltet, wird die Pflanze nach der ersten Blüte ein wenig zurückgeschnitten. Dabei die verwelkten Blüten mitsamt des darunter befindlichen Blattpaars sorgfältig kappen. Mit den verdorrten Blüten entfernt man jetzt auch alle Fruchtstände. Auf diese Weise wird die Waldrebe daran gehindert, ihre Energie in die Entwicklung von Samen zu investieren. Stattdessen bemüht sich die Kletterpflanze um einen weiteren Blütenflor.

Ausgabe Juni 2022

Cover Schweizer Garten Juni 2022
 
  • Artikel von:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten»
  • Bild:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten»