Monatliche Gartenarbeiten

Gartenarbeiten im April

Wir geben Ihnen Monat für Monat die aktuellsten Informationen für Ihren Gemüsegarten, Obst- und Ziergarten und Balkon.

Gemüsegarten

Süssdolde
Süssdolde

Pflanzenporträt: Süssdolde

Die Süssdolde (Myrrhis odorata) ist sowohl eine Gewürz- und Heilpflanze als auch ein Wurzelgemüse. Roh hat die Wurzel ein Aroma nach Anis und Fenchel, gekocht eine Note von Sellerie. Die Aussaat erfolgt bereits im September, denn die Pflanze ist ein Kaltkeimer. Im ersten Jahr wird die Süssdolde noch nicht beerntet. Im zweiten Jahr erscheinen im April die zarten Blätter, die Fruchtsalate oder Desserts verfeinern. Köstlich sind kandierte Blattstängel, dabei ist der Anisgeschmack am intensivsten. Im Mai öffnen sich die Doldenblüten, die vielen Insekten als Nektarquelle dienen. Die Blüten kann man wie bei Holunder in Teig ausbacken. Ab Juli bilden sich grüne Samen mit Anisgeschmack, die man am besten frisch geniesst. Für die Aussaat die reifen schwarzen Samenkörner ernten. Süssdolden bevorzugen Halbschatten und einen humosen, eher feuchten Boden. Auch die Kultur im 50 cm tiefen Kübel gelingt gut.

Obstgarten

Obstbaum
Obstbaum

Beschränkte Fruchtbarkeit beim Obst

Die Befruchtung ist eine sensible Sache – nicht immer führen gleich die Pollen der nächstbesten Blüte zum gewünschten Erfolg. Mit dem gängigen Strauchobst und vielen Steinobst-Arten gelingt es relativ einfach, denn die meisten Sorten sind selbstfruchtbar, mit wenigen Ausnahmen wie die Pflaume ‘Ruth Gerstetter’ oder die ‘Grosse Grüne Reineclaude’. Wobei man wissen sollte, dass sich auch bei diesen selbstfruchtbaren Sorten der Fruchtansatz mit einer Fremdbefruchter-Sorte steigern lässt. Süsskirschen hingegen heben sich von den anderen Steinobst-Arten ab und sind weitgehend selbststeril. Lediglich einige Züchtungen der letzten Jahre durchbrechen diese Eigenschaft. Dies bedeutet, dass die Bienen erst den Baum einer anderen Sorte besuchen müssen, um die Blüten mit deren «fremden» Pollen erfolgreich zu bestäuben. Auch Apfel- und Birnbäume sind in der Regel selbststeril. Tipp: Wenn keine Befruchter-Sorte in der Nachbarschaft steht, blühende Zweige von geeigneten Sorten schneiden und diese zur Blütezeit in einem mit Wasser gefüllten Kübel unter den zu befruchtenden Baum stellen. Wenn alles klappt, erledigen die Bienen den Rest.

 

Ziergarten

Taubnessel
Taubnessel

Taubnessel als Bodendecker unter Bäumen

Freie Flächen unter Bäumen machen den meisten Gärtnern Kummer. Hier wächst nur wenig, denn es ist zu schattig und zu trocken. Humus? Fehlanzeige. Dicke Baumwurzeln bilden ein enges Geflecht und unterdrücken fast jeglichen Bewuchs. An einem solchen Platz ist die heimische Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum) ideal. Sie öffnet ihre Blüten Anfang März. Wird sie nach dem ersten Flor zurückgeschnitten, treibt sie wieder frisch aus und trägt von Sommer bis Herbst nochmals zahlreiche kleine purpurrote Lippenblüten, die Insekten anziehen. Die Taubnessel sät sich selbst aus und verbreitet sich rasch über Ausläufer. Da braucht es die strenge gärtnerische Hand, um für Ordnung zu sorgen und den Ausbreitungsdrang im Zaum zu halten. Aber eben: Diese kleine Wilde gilt es zu schätzen – gerade an diesem schwierigen Standort.

Balkon

Feigen
Feigen

Frische Feigen von Balkonien

Fruchtfeigen (Ficus carica) sind wärmeliebend – zum Glück gibt es jetzt neue Züchtungen, die auch nördlich der Alpen süsse Früchte liefern. Anders als traditionelle Sorten ist etwa ‘Perretta’ nicht auf die Bestäubung durch eine nur im Mittelmeerraum vorkommende Gallwespe angewiesen. Der ideale Platz für den Feigenbaum ist an einer wärmespeichernden, vollsonnigen Hauswand. Beim Eintopfen wählt man eine humushaltige Erde. Damit der Wasserabfluss funktioniert, ist eine Mischung aus Sand, Kies oder Blähton sinnvoll. Diese mineralischen Bestandteile sollten etwa ein Drittel ausmachen. Beim Pflanzen müssen Kies oder Blähton im unteren Bereich konzentriert werden, denn dort wird das Drainagematerial gebraucht. Umtopfen sollte man den Feigenbaum je nach Wachstum alle 2 Jahre. Erste Früchte können bereits ab dem dritten Pflanzjahr erwartet werden.

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Cover Schweizer Garten April 2022
 
  • Artikel von:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten»
  • Bild:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten», Pixabay