Monatliche Gartenarbeiten

Gartenarbeiten im Mai

Wir geben Ihnen Monat für Monat die aktuellsten Informationen für Ihren Gemüsegarten, Obst- und Ziergarten und Balkon.

Gemüsegarten

Weisse Gurke ‘White Wonder‘
Weisse Gurke ‘White Wonder‘

Seltene Salatgurken

Die Association Kokopelli aus Alès in Frankreich engagiert sich für den Erhalt von alten Kulturpflanzen und Nischensorten. Hierzulande hat sich Pro Specie Rara dem Erhalt dieser traditionellen Sorten angenommen. Gurken müssen nicht immer grün sein – folgende Sorten möchten wir Ihnen ans Herz legen: Weisse Gurke ‘White Wonder‘ (Bild): eine alte Sorte von 1893, die sich gut zum Einmachen und für Salat eignet. Die Früchte werden etwa 20 cm lang, in reifem Zustand sind sie elfenbeinweiss. Sie haben eine eher harte Schale, was der Lagerfähigkeit förderlich ist. Das milde, fast sämige Fruchtfleisch überzeugt mit feinem Geschmack. Gelbe Gurke: eine alte gelbe Sorte, die auch in schwerem Boden gedeiht. Unreif ist ihre Farbe noch hellgelb. Sie hat die kurze, kräftige Form der Nostrano-Gurke, ist wuchsfreudig, kletternd und gut lagerfähig. Tipp: Setzlinge und seltenes Saatgut sind im Frühling vielerorts auf Pflanzen- und Raritäten-Märkten zu finden.

Obstgarten

Erdbeeren
Erdbeeren

Begleitschutz für Erdbeerblüten

Die Erdbeerblüten und der damit verbundene Fruchtertrag sind aufgrund von späten Frostnächten gefährdet. Besonders betroffen sind dabei die Frühblüher sowie Sorten, deren Blüten über dem Laub stehen. Zudem sind auch Beikräuter unerwünscht, weil sie das Kleinklima negativ beeinflussen. Und derzeit sollte man auf das Mulchen vorbeugend noch verzichten, denn dies behindert den Wärmenachschub aus dem Boden. Sobald aber die Blütezeit und die Frostgefahr nach den Eisheiligen vorüber sind, sollte man eine Bodenbedeckung aus organischem Material, zum Beispiel Stroh, unter den Erdbeerpflanzen ausbringen: Dies hält die Feuchtigkeit länger im Boden, sorgt später für saubere Früchte und verhindert den Befall mit Grauschimmel. Zusätzlich zum bewährten Strohmaterial kann auch noch ein Stickstoffdünger verabreicht werden, um den Verbrauch bei der Stickstoffrotte auszugleichen. Anschliessend sollte man nicht mehr düngen, bei längerer Trockenheit jedoch gelegentlich giessen.

Ziergarten

Glyzinen
Glyzinen

Gartenirrtum des Monats: Kletterpflanzen am Haus stören

Sie sind der Albtraum jedes Hausbesitzers: schlingende und kletternde Pflanzen, die am Haus emporklimmen und die Fassade mit der Zeit hinter einem grünen Schleier verschwinden lassen. Gärtner sollten es besser wissen und sich die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten, die kletternde Pflanzen wie Rosen, Clematis, Hopfen, Efeu oder Glyzinen bieten, vor Augen führen. Auch nimmt die Infrastruktur weit weniger Schaden, als allgemein angenommen wird. Zugegeben: Glyzinen (Wisteria, Bild) können problemlos Geländer und Dachrinnen verformen und ein Haus überwuchern. Doch an passender Stelle und mit dem richtigen Schnitt sind sie eine wunderschöne Bereicherung. Und Efeu (Hedera helix), der aufgrund seiner Haftwurzeln aus vielen Siedlungen verbannt wurde, isoliert ein Haus gut gegen Hitze und Kälte und schützt zudem vor Nässe und Erosion. Als man kürzlich beim Schloss Jegenstorf im Kanton Bern nach Jahrhunderten den Efeu an den Wänden entfernte, staunten die Fachleute nicht schlecht: Der Verputz war in gutem Zustand. Zudem hatten Malereien aus dem frühen 18. Jahrhundert die Zeit hinter dem Efeuvorhang bestens überstanden.

Balkon

Konservendosen als Blumentopf
Konservendosen als Blumentopf

Upcycling im grünen Reich

Alte Gebrauchsgegenstände kann man mit wenig Aufwand zu originellen Gartendekorationen umfunktionieren. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Entfernt man etwa beim alten Sonnenschirm den Stoff, eignet sich das Gerüst des Schattenspenders bestens als Klimmhilfe für Kletterpflanzen wie Clematis oder Schwarzäugige Susanne. Statt Konservendosen wegzuwerfen, entfernt man das Papier mit warmer Seifenlauge und bohrt ein Loch in den Rand. So lassen sich mit den Blechdosen als Übertöpfe ganze Hauswände und Balkongeländer begrünen. Antike Stühle kann man zu «grünen» Gartenmöbeln umgestalten. Wird die Polsterung entfernt, lässt sich die Sitzfläche zum Beispiel mit Hauswurz bepflanzen. Ein guter Wasserabfluss muss dabei gewährleistet sein. Das alte Küchensieb kann mit wenig Aufwand zur Blumenampel umfunktioniert und mit Sommerflor bepflanzt werden. Mit Draht oder schmalen Metallketten versehen, macht es am Balkongeländer eine gute Figur.

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  • Zeitschrift «Schweizer Garten»
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