Monatliche Gartenarbeiten

Gartenarbeiten im September

Wir geben Ihnen Monat für Monat die aktuellsten Informationen für Ihren Gemüsegarten, Obst- und Ziergarten und Balkon.

Gemüsegarten

Tigerschnegel

Nützlicher Tigerschnegel

Wer Tigerschnegel (Limax maximus) in seinem Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Der Schnegel ist zwar mit den Nacktschnecken verwandt, er ist aber auch einer ihrer grössten Feinde. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen ernährt er sich nicht von lebenden Pflanzen, sondern von Schneckeneiern, jungen Nacktschnecken, Pilzen, Algen und verrottendem Material. Typisches Merkmal dieser nützlichen Weichtiere ist das grauschwarze Tigermuster. Tigerschnegel sind nachtaktiv und verkriechen sich tagsüber an einem schattigen, kühlen Platz unter Steinen, Asthaufen oder Holzbrettern. Sie überwintern und können bis zu zweieinhalb Jahre alt werden.

Obstgarten

Holunderbeeren

Vitaminreiche Holunderbeeren

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist in der Schweizer Landschaft fast allgegenwärtig. In den Hausgärten hingegen sieht man die Sträucher nicht mehr so oft. Dabei handelt es sich um eine sehr alte, vielseitige Nutz- und Heilpflanze. Die weissen Doldenblüten eignen sich zur Herstellung von aromatischer Bowle, von herzhaften Holunderküchlein oder feinem Sirup. Und derzeit reifen die vitaminreichen Beeren! Da sie im unreifen und rohen Zustand schwach giftige Glykoside enthalten, sollte man nur die tiefschwarzen, weichen und säurearmen Beeren ernten, möglichst bevor sich die Vögel bedienen. Die Früchte unbedingt bei der Verarbeitung erhitzen. Die bewährte Sorte «Haschberg» trägt besonders grosse Früchte und ist sehr ertragreich. Im Erwerbsanbau wird sie meist als Stämmchen gezogen. Die Sorte «Black Lace» überzeugt wie einige andere neue Sorten vor allem optisch mit ihrem dunkelroten geschlitzten Laub. Die Sträucher sind sehr pflegeleicht. Etwas Ärger machen nur hin und wieder Blattläuse oder die Kirschessigfliege. Um das Wachstum zu begrenzen, schneidet man bei Bedarf alte Äste im Winter bis zur Basis zurück.

Ziergarten

September-Silberkerze

September-Silberkerze

Der stolze Wuchs und die weissen Blütenstände, die anmutig über den Beeten schweben und ihren Duft verströmen, sind Grund genug, die September-Silberkerze (Actaea simplex, auch unter den Namen Cimicifuga ramosa oder C. simplex bekannt) zu pflanzen. Einige Sorten haben zudem attraktives dunkles Laub, das auch schon vor der Blüte für Farbe sorgt. Altbekannt ist die hohe Sorte C. «Atropurpurea», dunkler und niedriger sind «Brunette» oder «Chocoholic». Sie passen gut zu gelblaubigen Stauden oder zu Herbst-Anemonen, mit denen sie wunderschöne Blütengemälde erschaffen. Sie sind langlebig und robust, wenn sie nicht austrocknen. Wurzelkonkurrenz von grossen Gehölzen vertragen sie nicht. Am besten gedeihen sie an einem hellen, nicht besonnten Standort mit guter Erde und ausreichend Feuchtigkeit.

Balkon

Passionsblume

Passionsblumen selber züchten

Fast alle Passionsblumen (Passiflora) tragen aussergewöhnliche Blüten. Möchte man seine eigene Sorte kreieren, geht dies ganz einfach, denn die Pflanzen aus Südamerika lassen sich untereinander gut kreuzen. Wer sich selbst als Züchterin oder Züchter versuchen möchte, wählt zuerst zwei unterschiedliche Sorten aus. Mit der Schere trennt man von der einen Blüte die Staubfäden ab, an deren Enden die gelben Pollen sitzen. Diese greift man nicht mit den Fingern, sondern mit einer Pinzette. Nun tupft man die Pollen vorsichtig auf die drei meist weissen Narben der anderen Passionsblume. Die bestäubten Blüten werden in eine Tüte gehüllt, damit sich keine fremden Pollen einmischen können. War die Bestäubung erfolgreich, reifen aus den Blüten Früchte heran, deren Samen die Erbanlagen einer neuen Passionsblumen-Sorte in sich tragen und im nächsten Sommer ausgesät werden können.

 
 
  • Artikel von:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten»
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  • Zeitschrift «Schweizer Garten»