Monatliche Gartenarbeiten

Gartenarbeiten im September

Wir geben Ihnen Monat für Monat die aktuellsten Informationen für Ihren Gemüsegarten, Obst- und Ziergarten und Balkon.

Gemüsegarten

Etagenzwiebel
Etagenzwiebel

Sortenporträt: Etagenzwiebel

Vermutlich ist die Etagenzwiebel (Allium cepa var. viviparum) aus einer Kreuzung der Speisezwiebel mit Winterheckenzwiebeln entstanden. Im Erwerbsanbau wurde sie nie genutzt, weshalb sie auch züchterisch kaum bearbeitet wurde. Dennoch geniesst sie in Hausgärten einen grossen Liebhaberwert. Ihren Namen verdankt sie der Kuriosität, in rund 30 cm Höhe neue Zwiebeln auszubilden (oftmals sogar auch in einer zweiten oder gar dritten Etage). Der Anbau ist denkbar einfach. Hat man sie einmal gepflanzt, vermehrt sie sich selbst, indem die Zwiebeln aus den oberen Etagen im Herbst zu Boden knicken und dort Wurzeln schlagen. Alle 3 bis 4 Jahre sollte der Standort gewechselt werden, da die gleichen Krankheiten wie bei anderen Zwiebelarten auftreten können. Allerdings sind die Etagenzwiebeln vergleichsweise robust. Die eher scharfen Zwiebelchen kommen überall dort zum Einsatz, wo auch andere Zwiebeln verwendet werden. Oder man legt sie in Essig oder süsssauer ein, wobei das Rüsten der kleinen Kugeln relativ aufwendig ist. Im Frühjahr dient das frische Zwiebellaub als Küchenkraut wie Schnittlauch. Sein Zierwert ist auch in der Vase gross – sofern man sich mit dem Zwiebelduft arrangieren kann. Am einfachsten kommt man über den Gartenzaun zu Etagenzwiebeln. Denn wer sie im Garten hat, verfügt im Sommer stets über genügend Brutzwiebeln zum Abgeben. Infos: www.prospecierara.ch

Obstgarten

Brombeeren
Brombeeren

Leser fragen – wir antworten: Brombeermilbe

Seit einigen Jahren habe ich Probleme mit meinen dornenlosen Brombeeren. Obwohl die Zweige beim Austrieb mit Netzschwefel behandelt wurden, sind sie vermutlich von der Brombeermilbe befallen. Im vergangenen Jahr habe ich alle tragenden Triebe entsorgt, denn in den Früchten entdeckte ich zahlreiche kleine Maden. Was kann ich tun, um im nächsten Jahr eine befallsfreie Ernte zu erhalten? C. Maeder, Täuffelen

Ihre Brombeeren sind von der Brombeermilbe befallen, weisen aber auch, was weit schlimmer ist, einen Befall mit der Kirschessigfliege auf. Die Brombeermilben befallen meist nur einzelne Teilfrüchte. Dabei bleiben die betroffenen Früchte hellrot und sauer. Sie sind ungeniessbar, enthalten jedoch keine Maden. Die Kirschessigfliege hingegen befällt die reifenden Früchte und kann oftmals eine ganze Ernte ungeniessbar machen. Das Insekt legt ein Ei in die reifende Frucht, was zu Vermadung führt und oftmals auch zu Fäulnis. Gegen die Brombeermilbe können Sie die Pflanzen wie bisher mit Netzschwefel behandeln. Beachten Sie, dass die erste Behandlung bei einer Austriebslänge von etwa 5 cm, eine weitere Behandlung nach 14 Tagen erfolgen sollte. Die Wirkung des Netzschwefels erhöht sich markant, wenn die Behandlung am Morgen eines warmen Tages durchgeführt wird. Denn bei hohen Temperaturen verdampft der Schwefel besser und seine Wirkung wird erhöht. Die Bekämpfung der Kirschessigfliege ist schwieriger. Da der Befall auf den reifenden Beeren erfolgt, ist eine Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel nicht möglich. Vorbeugend können die Brombeerzweige mit einem Pflanzenschutzvlies oder einem eng­maschigen, speziell für die Kirschessigfliege geeigneten Netz eingeschlossen werden. Dies sollte möglichst früh geschehen, unmittelbar beim Abblühen, wenn die Früchte noch klein und grün sind. Zusätzlich können noch Essigfallen eingesetzt werden, die im Fachhandel erhältlich sind. Tipp: Die Fallen etwa 10 m von den Pflanzen entfernt aufhängen. Damit wird verhindert, dass die Fallen die Kirschessigfliegen direkt zu den Brombeerpflanzen locken.

 

Ziergarten

Iris x hollandica
Iris x hollandica

Blumenzwiebeln für den nächsten Frühling pflanzen

Zugegeben: Jetzt im Spätsommer an den Frühling zu denken, erfordert einiges an Vorstellungskraft. Doch das nächste Gartenjahr will jetzt geplant und gepflanzt sein! Wer es noch nicht getan hat, der sollte sich nun Blumenzwiebelkataloge bestellen oder sich auf den einschlägigen Onlineportalen umsehen. Gerade Raritäten oder Neuheiten sind rasch ausverkauft. Die Zwiebeln und Knollen pflanzt man ab September bis Anfang Winter. Weshalb versuchen Sie es nicht einmal mit den etwas in Vergessenheit geratenen holländischen Iris-Hybriden (Iris x hollandica, Bild)? Sie blühen im Frühsommer in den unterschiedlichsten Farben und eignen sich wun­derbar als Schnittblumen. Iris hollandica gedeiht gut an einem sonnigen, trockenen Platz und ist dort sehr genügsam. Im Winter sollte man sie mit einer Schutzschicht aus Tannenzweigen schützen. Ein grosses Plus: Die Zwiebelchen dieser Iris sind günstig zu haben. Tipp: Die vielen Farben und Formen von Frühlingsblumen verlocken zum Kauf. Da jedoch die Zwiebelproduktion oftmals sehr umweltbelastend ist, sollte man nur Sorten pflanzen, die im eigenen Garten auch über längere Zeit gut gedeihen.

Balkon

Nistkasten
Nistkasten

Hausputz im Nistkasten

Im September ist die letzte Brut von Meisen, Spatzen, Kleibern und Zaunkönigen ausgeflogen. Doch im Nistkasten herrscht oft noch ein wildes Treiben: Vogelflöhe, Milben und Zecken haben es sich hier gemütlich gemacht. Nicht nur deshalb sollte man die Kästen gleich säubern. Eine Reinigung später im Herbst könnte schützenswerte Wintergäste wie Hummelköniginnen oder Fledermäuse stören. Ist man etwas spät dran, sollte man höflich anklopfen, bevor man mit Handschuhen und Besen zur Tat schreitet. Denn manchmal gibt es «Zwischenmieter» wie Wald- oder Haselmäuse, die gerne vorgewarnt werden möchten. Wer es im Spätsommer nicht mehr schafft, kann seinen Nistkasten auch erst zum Winterende reinigen – also unmittelbar vor der Brutzeit. Es ist dann allerdings nicht ganz einfach, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, da einige Vögel sehr früh mit dem Brutgeschäft anfangen und gleichzeitig die Gefahr besteht, Winterschläfer über Gebühr zu stören.

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Schweizer Garten September 2021
 
  • Artikel von:
  • Zeitschrift «Schweizer Garten»
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  • Zeitschrift «Schweizer Garten»