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Hypotheken-Splitting: Lohnt sich das überhaupt?

Wenn Sie mehr als eine Hypothek aufnehmen, reduzieren Sie das Risiko eines Fehlentscheids bei der Verlängerung. Dafür müssen Sie mit stärker schwankenden Ausgaben leben und können nicht so budgetsicher planen wie mit einer Festhypothek mit langer Laufzeit.

 Stärker schwankende Budgetbelastung mit Hypotheken-Splitting
Wenn Sie mehr als eine Hypothek aufnehmen, reduzieren Sie das Risiko eines Fehlentscheids bei der Verlängerung.
(mei/rh) Die Aufteilung einer Hypothek in Tranchen mit unterschiedlich langen Laufzeiten, das Hypotheken-Splitting, erlaubt es dem Kreditnehmer oder der Kreditnehmerin, nicht die ganze Hypothek auf einmal verlängern zu müssen und die Zinsbelastung zu optimieren, falls die Verlängerung in eine Phase mit hohen Zinsen fallen sollte. Das Splitting eignet sich allerdings nicht in jedem Fall: Bei Hypothekar-Beträgen unter 250'000 Franken raten Experten eher von einer Aufteilung ab. Ebenfalls nicht sinnvoll ist das Splitting, falls die Liegenschaft in absehbarer Zeit verkauft werden soll.

Durchschnittliche Restlaufzeit

Die Frage, wie viele Tranchen eine Hypothek umfassen sollte, hängt von ihrer Gesamthöhe ab. Experten empfehlen für 250'000 bis 600'000 Franken eine Aufteilung in zwei Tranchen, bei höheren Beträgen in drei Tranchen. Mindestens so wichtig wie die Anzahl Tranchen ist die Steuerung der durchschnittlichen Restlaufzeit über alle Hypotheken hinweg. Bei zwei identischen Hypothekartranchen mit zwei und sechs Jahren Laufzeit liegt sie beispielsweise bei vier Jahren. Experten raten wegen der trotz des Zinsanstiegs im Jahr 2022 immer noch vergleichsweise tiefen Zinsen zu einer durchschnittlichen Restlaufzeit von fünf Jahren oder länger.

Die grössten Vor- und Nachteile des Hypotheken-Splitting

Muss statt der ganzen Hypothek nur eine Tranche erneuert werden, wird der Entscheid zur Wahl der richtigen Hypothekarform und der Laufzeit auf mehrere Zeitpunkte verteilt. Wer die Zinsentwicklung falsch einschätzt, greift deshalb weniger tief in die Tasche und nutzt auf diese Weise den Vorteil des Splittings. Der zeitliche Aufwand, der mit dem Splitting einhergeht, ist nicht besonders gross und lohnt sich. Der Kreditnehmer muss sich nur alle paar Jahre mit dem Hypothekarmarkt beschäftigen. Ein Nachteil des Splittings ist, dass mit der etappenweisen Erneuerung einer Hypothek die Budgetbelastung öfter schwankt und langfristig schwieriger zu planen ist als mit einer langfristigen Festhypothek.

Beim Splitting werden die Tranchen alle bei der gleichen Bank abgeschlossen. Steht ein Wechsel der Bank an, müssen die nachfolgenden Tranchen nach ihrem Ablauf ebenfalls bei der neuen Bank verlängert werden.

Der Hypothekarmarkt verändert sich

Immer mehr Wohneigentümer informieren sich im Internet und schliessen ihre Hypothek online ab. Der Anteil liegt mit 4 Prozent zwar deutlich tiefer als in Deutschland oder in Grossbritannien, neue Angebote verstärken und beschleunigen aber den Trend. Inzwischen gibt es Plattformen, die beispielsweise die besten Angebote mehrerer Anbieter kombinieren, also unterschiedliche Hypothekarmodelle und unterschiedliche Laufzeiten. So können Wohneigentümer ihr Haus oder ihre Wohnung zum Beispiel mit zwei Festhypotheken oder mit einer Festhypothek und mit einer Saron-Hypothek finanzieren. So optimieren Sie die Zinsbelastung und minimieren das Zinsrisiko. Die Wahl des Hypothekarmodells hängt aber nicht nur von den Zinsprognosen ab, sondern auch von den persönlichen Verhältnissen, den finanziellen Zielen und der Risikobereitschaft.

Häufige Fragen

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