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Wasserschaden: Welche Versicherung zahlt?

Bei einem Wasserschaden im oder um das Gebäude stellt sich oft die Frage, wer dafür aufkommt. Die Hausratversicherung? Die Gebäudeversicherung? Grundsätzlich ist das abhängig davon, was die Ursache des Wasserschadens ist.

 Versicherungen für Wasserschäden
Wenn Wasser einen Schaden am, im oder um das Gebäude anrichtet, stellt sich oft die Frage, wer dafür aufkommt.

(rh) Ein Wasserschaden kann verschiedene Ursachen haben. Klar ist die Situation, wenn beispielsweise Wasser aus einer Leitung läuft und den Hausrat sowie das Mobiliar beschädigt. Einen daraus resultierenden Wasserschaden bezahlt die  Hausratversicherung.

Wann zahlt die Gebäudeversicherung einen Wasserschaden?

Ein durch die Natur verursachter Schaden gilt versicherungstechnisch als Elementarschaden. Dazu zählen Schäden aufgrund von Hochwasser, Ăśberschwemmungen oder StĂĽrmen, die in der Umgebung des Hauses Bäume entwurzeln oder Gebäude abdecken. In den meisten Kantonen decken kantonale Gebäudeversicherungen einen Elementarschaden, der in der Feuerversicherung fĂĽr Gebäude mit eingeschlossen ist. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Genf, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri und Wallis bieten private Gesesellschaften Versicherungen gegen Elementarschaden an. 

Wann übernimmt die Gebäudewasserversicherung einen Wasserschaden?

Wenn etwa eine Rohrleitung im Haus bricht und das Haus unter Wasser setzt, sind die Folgeschäden am Gebäude nicht versichert, es sei denn, Sie haben (freiwillig) eine Gebäudewasserversicherung abgeschlossen.

Folgende Schäden sind gedeckt:

  • Wenn Wasserleitungen im Haus, Anlagen, die daran angeschlossen sind, Zierbrunnen oder Aquarien einen Schaden verursachen.
  • Wenn die Badewanne ĂĽberläuft oder das Wasserbett ausläuft.
  • Wenn Regen-, Schnee- oder Schmelzwasser derart heftig in das Haus eindringt, dass sogar ein Dach zu rinnen beginnt. Falls Sie aber ein Fenster offenstehen lassen, zahlt die Gebäudewasserversicherung den Wasserschaden nicht.
  • Wenn sich Abwasser in der Kanalisation oder Grundwasser staut und Schäden im Haus verursacht.
  • Wenn ein Rohr ausserhalb des Hauses bricht, ĂĽbernimmt die Gebäudewasserversicherung die Folgeschäden, falls das Rohr eine Zuleitung zum Haus ist.
  • Wenn Frost einen Wasserschaden verursacht und die Leitungen aufgetaut und repariert werden mĂĽssen.
  • Wenn Ă–l aus einer Heizungsanlage oder einem Tank ausläuft. 

Einige Leistungen (und natürlich die Prämien) unterscheiden sich von Versicherung zu Versicherung:

  • Fast alle Versicherungen ĂĽbernehmen begrenzt die Kosten fĂĽr das Orten geborstener Leitung(en). Reine Reparaturkosten von nicht unterhaltenen, defekten Leitungen hingegen werden meist nicht bezahlt.
  • Bei Arbeiten rund um die Reparatur, wie etwa eine Leitung freilegen, zudecken und zumauern, bezahlen einige Gesellschaften einen Grundbetrag von CHF 5'000.-. Es empfiehlt sich, diese Summe zu erhöhen. Falls Sie teure Plattenbeläge wie Marmor oder Granit verlegt haben, sind Sie im Schadenfall oftmals unterversichert.
  • Einige Versicherungen ĂĽbernehmen auch die Aufräum- und Entsorgungskosten.

Falls der Schaden die Folge eines Fehlers in der baulichen Konstruktion ist, zahlt die Gebäudewasserversicherung nichts. Dann mĂĽssen – je nach Verantwortlichkeit  â€“ die Versicherung des Generalunternehmers, Architekten bzw. Ingenieurs oder der EigentĂĽmer selbst den Schaden ĂĽbernehmen.

Je nach Bau und Ausbau ist das Risiko und damit die Prämie fĂĽr die Gebäudewasserversicherung höher. Das gilt beispielsweise fĂĽr Häuser mit Flachdach und- /oder Bodenheizung sowie fĂĽr Häuser, die mit Erdsonden Wärme gewinnen.

Wasserschäden beim Hausbau versichern

In der Bauphase ist das Risiko, durch eintretendes Grundwasser, RohrbrĂĽche oder Ăśberschwemmungen einen Wasserschaden zu erleiden besonders gross. Bauherrschaften sollten Sie sich deshalb umfassend versichern.

Richtig versichern

Unabhängig von der Ursache des Wasserschadens ist es für Bauherren wichtig, sich bei Bau- oder Umbauprojekten richtig zu versichern. Im Zentrum stehen dabei drei Versicherungen:

  • Bauzeitversicherung
  • Bauwesenversicherung
  • Bauherrenhaftpflichtversicherung

Die Bauzeitverischerung ist mit der Gebäudeversicherung gleichzusetzen, nur dass sie eben Feuer- und Elementarschäden während der Bauphase abdeckt. Die Bauzeitversicherung ist in den Kantonen mit einer kantonalen Gebäudeversicherung obligatorisch. Sie sollte jedoch auch abgeschlossen werden, wenn sie nicht gesetzlich verlangt wird.

Die Bauwesenversicherung ist eine Art Vollkasko in der Bauphase. Sie deckt an Neu- oder Umbauten entstandene Schäden und ĂĽbernimmt Folgekosten. Dabei spielt es keine Rolle, wer den Schaden verursacht hat und dafĂĽr haftbar ist. Die Bauwesenversicherung ĂĽbernimmt zum Beispiel 

  • Sachschäden am Bauobjekt
  • Kosten fĂĽr unterschiedliche Arbeiten wie Räumung, Bergung, Erdbewegung, Abbruch und Wiederaufbau
  • Kosten fĂĽr die Entsorgung von Abfall und die Entfernung giftiger RĂĽckstände im Boden

Der Teufel liegt allerdings wie so oft im Detail: Achten Sie deshalb darauf, dass – je nach Versicherungsanbieter – Schäden und Verluste durch Wasser, abgesehen von Elementarereignissen, nur aufgrund besonderer Vereinbarungen abgedeckt sind. Zum Beispiel sind in der Regel blosse Undichtigkeit oder Wasserdurchlässigkeit des Betons oder allenfalls einer Abdichtung nicht versichert.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung wiederum bietet Schutz gegen HaftpflichtansprĂĽche Dritter, denn durch die Bautätigkeit kann es auch zu Schäden beim Nachbarn kommen, fĂĽr die der Bauherr haftet.

Absprache mit allen beteiligten Parteien

Lassen Sie sich vor dem Abschluss einer entsprechenden Versicherung beraten und sprechen Sie bei einem Neu- oder Umbauprojekt mit allen beteiligten Parteien die Haftung im UnglĂĽcksfall ab. Lesen Sie auch das Kleingedruckte und informieren Sie sich ĂĽber die einzelnen Klauseln. 

Häufige Fragen

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