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Architektur-Reportage: Eingeschossiges Minergie-Holzhaus in ländlicher Gegend

In Hochwald hat ein Bauherr ein 1-Personen-Einfamilienhaus erbaut, das innen so ungewöhnlich wie aussen ist.

(mei) Wer ins solothurnische Hochwald hochfährt, wechselt innert weniger Minuten vom urbanen Basel in eine ländliche Idylle. Rund 1300 Einwohnerinnen und Einwohner leben in diesem Dorf, das seltsam abgeschieden wirkt. Auch ein Bauherr, der in Basel arbeitet, hat sich dank seiner Schwester hier niedergelassen. Sie hatte sich hier ein Haus erbaut, und bei seinen Besuchen freundete er sich mit dem Gedanken an, selbst hierher zu ziehen. «Hochwald liegt auf einem Hügel, sodass man rundum viel Himmel sieht. Das gefällt mir», erklärt er. Als im Dorf ein Grundstück zum Verkauf ausgeschrieben wurde, griff er zu. 
 Die Fassade im Minergie Haus in Hochwald besteht grösstenteils aus Fensterfronten
Eine Fassade mit vielen Fensteröffnungen und sehr viel Platz zum Weiterbauen: Dies sind zwei Besonderheiten dieses Baus und Grundstücks.

Nur so viel Wohnfläche wie nötig

Auf der Parzelle liess sich der Bauherr 2010/11 vom Holzspezialisten Renggli ein abgewinkeltes Einfamilienhaus im Minergie-Standard erbauen, das mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt wird. Das Haus ist ganz auf seine Lebenssituation zugeschnitten: Der Junggeselle entschied sich für ein einstöckiges Gebäude mit lediglich drei Zimmern: «Das bietet genügend Platz für mich und meinen Hund.» Mit dem Konzept ist er auch für die ferne Zukunft gerüstet: Das eingeschossige Haus ist ideal für das Wohnen im Alter. Und sollte doch noch der Wunsch nach einer Familiengründung aufkommen, kann auf der 1580 Quadratmeter grossen Parzelle problemlos weitergebaut werden. 

 Im Minergie Haus in Hochwald liegt das Büro sehr zentral
Die Lage des Büros zeigt, dass hier viel gearbeitet wird: Wer ins Wohn- oder Schlafzimmer will, muss durchs Büro.

Zentral gelegenes Büro

Ungewöhnlich ist nicht nur die Form des Gebäudes, sondern auch sein Raumkonzept: Gleich hinter dem Eingang befindet sich der Arbeitsplatz des Bauherrn. Von hier geht es in die eine Richtung weiter ins Schlafzimmer. Auf der anderen Seite des Büros liegt ein offener Wohn-Essbereich mit Küche. Diese ist auf Anraten des Küchenbauers zweifarbig in Weiss und Schwarz gehalten. Auffallend sind die grossen Fensterflächen. Sie gewähren viel Sicht nach draussen und holen den Himmel gleichsam ins Innere. Allerdings bedingen sie im Sommer eine disziplinierte Beschattung, da es ansonsten im Gebäudeinnern recht warm wird. Die Fensterflächen sind der Grund, weshalb das Gebäude nicht als Passivhaus konzipiert werden konnte.

 Die Küche im Minergie Haus in Hochwald ist schlicht in schwarz und weiss gehalten
Die Küche ist in zeitlosem Weiss und Schwarz gehalten.

Viel Platz für die Natur

Der Aussenraum zeugt von der Naturverbundenheit des Bauherrn, der in seiner Freizeit nicht nur viel mit dem Hund unterwegs ist, sondern auch fischt und Pilze sammelt. Sein Dach hat er begrünen lassen, und der Garten besteht aus einer einzigen, grossen Naturwiese. Das üppige Blühen stellt sich wie von selbst ein. Dennoch fällt zweimal im Jahr viel Arbeit an: Das Mähen samt Zusammenrechen dauert rund einen Tag. Mit einem Teil des Grases hat der Bauherr Haufen kreiert, die dereinst Blindschleichen ein Zuhause geben sollen. Auch der Kiesstreifen, der teils am Gebäude entlang führt, will gepflegt werden: Hier heisst es Unkraut abbrennen, im Winter ist Schneeschaufeln angezeigt. Alles in allem sei der Aufwand für die Pflege der Umgebung vertretbar, meint der Bauherr. Nach einer Eingewöhnungszeit fühlt er sich auf dem Land nun ganz zuhause. 

 Hängemattegestell auf der einen der zwei Terasse im Minergie Haus in Hochwald
Auf zwei grossen Terrassen lässt sich die Morgen- bzw. Abendsonne geniessen.
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  • hausinfo
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